Eine Wärmedämmung lohnt sich vor allem bei einer ohnehin anstehenden Erneuerung der Fassade oder des Daches. Das heißt: Wenn die Außenbauteile ohnehin saniert werden müssen, ist in diesem Zuge eine energetische Modernisierung oder der Einbau von zusätzlichen Dämmschichten auf jeden Fall sinnvoll. Eine zusätzliche Dämmung verringert dann die Wärmeverluste und trägt so zu einer deutlich besseren Behaglichkeit im Gebäude bei. Eine Wärmedämmung der Gebäudehülle hat dann den größten Effekt für den eigenen Geldbeutel, wenn sie mit effizienter und intelligenter Haustechnik (Heizung, Lüftung, Steuerung) verbunden wird.

Das hängt vom Zustand des Gebäudes ab. Dämmmaßnahmen, die sich schon bald rechnen, sind zum Beispiel die Wärmedämmung der Kellerdecke, der oberen Geschossdecke und der Warmwasserleitungen. Bei einer Fenstererneuerung kauft man beispielsweise die Energieeffizienz gleich mit ein. Denn: Es gibt keine energetisch schlechten Fenster mehr auf dem Markt. Wer besonders energieeffiziente Maßnahmen (z. B. Fenster mit Dreifachverglasung und hochwärmegedämmten Rahmen oder energieeffiziente Heizungen) durchführen lässt, kann hierfür eine Förderung über die im CO2-Gebäudesanierungsprogramm aufgelegte KfW-Förderung erhalten.

Richtig gedämmte Gebäude sparen Energie und Kosten, garantieren Wohnkomfort und Behaglichkeit - und das sowohl im Winter als auch im Sommer. Infolge der höheren Oberflächentemperaturen verhindert die Wärmedämmung ganz "nebenbei", dass sich Feuchtigkeit und Schimmel bilden. Zu beachten ist aber, dass im Rahmen einer Gebäudesanierung die Notwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen durch einen Sachverständigen geprüft wird. Mit Außenluftdurchlässen oder mechanischen Lüftungsanlagen kann der erforderliche Luftwechsel sichergestellt werden. Hierbei müssen ggf. deren Wartung und die Folgekosten berücksichtigt werden. In jedem Fall steigern energetische Sanierungsmaßnahmen den Wert der Immobilie.

Eine sehr geringe. Von jährlich 180.000 Wohnungsbränden gehen nur wenige Fälle auf gedämmte Fassaden zurück. Insbesondere das derzeit in der Kritik stehende Polystyrol (bekannt v. a. über seinen Markennamen Styropor) war Auslöser für weniger als fünf Fälle - das entspricht einem Anteil von lediglich 0,003 Prozent. Eine größere Brandgefahr geht zum Beispiel von brennbaren Inneneinrichtungsgegenständen, Holzverkleidungen der Fassade oder von brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe von Gebäuden - wie etwa Müllcontainern oder Holzschuppen - aus.

Schimmelpilzbildung entsteht nicht durch Wärmedämmung. Ursache sind kalte Bauteiloberflächen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit. Richtig ist: Die Wärmedämmung wirkt der Schimmelpilzbildung entgegen, weil sie dafür sorgt, dass die ehemals kalten Bauteiloberflächen nun deutlich wärmer sind. Zudem kann warme Raumluft wesentlich mehr Feuchtigkeit speichern. Damit ist die Gefahr, dass die in der Raumluft enthaltene Feuchte am Bauteil kondensiert und damit der Nährboden für Schimmel entsteht, wesentlich geringer.

Die für eine Wärmedämmung verwendeten Materialien sind in der Regel langlebig. Die Lebensdauer von Wärmedämm-Verbundsystemen mit Polystyrol (besser bekannt unter dem Handelsnamen Styropor) beträgt in der Regel weit mehr als 50 Jahre. Zudem werden Wärmedämm-Verbundsysteme in vielen Fällen nicht rückgebaut, sondern „aufgedoppelt“, d.h. es werden zusätzliche Dämmschichten aufgebracht.

Wichtig für die Langlebigkeit einer Dämmung sind fachgerechte Planung und Einbau, sowie regelmäßige Kontrolle auf Schäden. Ist die Dämmung hinreichend durch z.B. Putz oder Dachhaut vor Witterungseinflüssen geschützt, bleibt die dämmende Wirkung sehr viele Jahre erhalten.

Alte Dämmstoffe auf Basis von Polystyrol, die das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) enthalten, sind als Sondermüll zu behandeln. Dämmstoffe, die ab Ende 2014 in Deutschland verbaut wurden, enthalten das Flammschutzmittel HBCD nicht mehr und gelten nicht als Sondermüll.

Hintergrund: Für das Flammschutzmittel HBCD gilt seit Frühjahr 2016 in der EU ein weitgehendes Handels- und Verwendungsverbot. Die novellierte Abfallverordnung (in Kraft seit 1.10.2016) regelt, dass diese alten Dämmstoffe auf Basis von Polystyrol, die das Flammschutzmittel HBCD enthalten, als gefährlich eingestuft werden. Auswirkungen hat die Verordnung für die Entsorgung von bereits verbauten Wärmedämmverbundsystemen aus sogenanntem Expandierten Polystyrol (EPS). Diese müssen künftig gesondert ausgewiesen und in Sondermüllverbrennungsanlagen gebracht werden. Dabei wird das HBCD vollständig zerstört und das enthaltene Brom als Salz in der Abgasreinigung aufgefangen.

Derzeit liegt die Menge an rückgebautem EPS mit HBCD pro Jahr bundesweit bei etwa 10.000 Tonnen. Grund für die derzeit noch relativ geringen Abfallmengen bei Dämmstoffen liegen in der langen Lebensdauer von Wärmedämm-Verbundsystemen mit Styropor.

Lüftungsanlagen stellen die notwendige Zufuhr an Frischluft in den Wohnräumen sicher und steigern dadurch den Wohnkomfort, denn es ist nicht mehr notwendig, die Fenster auf gewohnte Art mehrmals täglich von Hand zu öffnen. So wird nicht nur der angemessene Luftausgleich sichergestellt, sondern auch, dass Sie ihr Geld nicht zum offenen Fenster „hinausheizen“. Und Lüften ist wichtig, denn eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Bauschäden, wie beispielsweise Schimmelbefall, führen. Schlau ist daher, neben einer angemessenen Dämmung auch eine Lüftungsanlage einzubauen.

Wichtig ist, dass die Lüftungsanlage fachmännisch geplant und gewartet wird. Reinigung der Zu- und Abluft durch Filter beugt Verunreinigung und Keimbildung vor.