Hier wird die eingesparte Energie gezählt, daher der Name „Pilotprogramm Einsparzähler“. Förderfähig sind beispielsweise Pilotprojekte zur digital gestützten und individualisierten Energieberatung, in Echtzeit automatisch schaltende „Energiespar-Assistenten“ oder innovative Gebäude- und Heizungstechnik, die – individualisiert, wetterprognoseabhängig und durch künstliche Intelligenz gestützt – eine neue Qualität der Gebäude- und Heizungsautomation erreichen. Die eingesparte Energie wird dem Nutzer eines „Einsparzählers“ auf der digitalen Plattform transparent gemacht.

Das BMWi fördert die Entwicklung solcher digitaler Lösungen zum Energiesparen. Die maximal zulässige Förderquote beträgt 50 Prozent. Von dieser Förderung werden 75 Prozent auf Basis von nachgewiesenen Einsparungen ausgezahlt, die verbleibenden 25 Prozent auf Basis von Projektkosten. Die Förderhöchstgrenze liegt bei zwei Millionen Euro.

Förderfähig sind alle Unternehmen, die Effizienzdienstleistungen und smarte Systeme zur Einsparung von Energie bei ihren Endkunden entwickeln und anwenden möchten. Die Anwendungsbereiche sind: Einsparungen von Strom, Gas, Öl, Biomasse, Wärme oder Kälte in privaten Haushalten, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Industrie, in Kommunen oder bei sonstigen Dritten. Wie die Energieeinsparungen erzielt werden, ist dabei unerheblich. Diese können über Änderungen in den Betriebsabläufen, im Anlagentausch oder durch Nutzungs- und Verhaltensänderungen wie beispielsweise veränderte Produktionsabläufe erreicht werden.

In der novellierten Fassung der Förderbekanntmachung sind zudem auch Pilotprojekte zur „Stärkung des Marktes für Energieeffizienz“ förderfähig. Damit können Wettbewerbe, Handelssysteme oder Plattformen gefördert werden, die neue Märkte für Energieeffizienz schaffen. Die Förderung beträgt 80 Prozent und bis zu 200.000 Euro pro beantragtem Projekt. Die Förderung soll es interessierten Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft ermöglichen, Energiespar-Wettbewerbe, Handelssysteme für eingesparte Energie oder neuartige Finanzdienstleistungen zum Beispiel zur Standardisierung und erleichterten Durchführung von Energiesparmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Denkbar sind auch geförderte Wettbewerbe zwischen unterschiedlichen Unternehmen und Unternehmensstandorten oder zwischen unterschiedlichen Schulen, Kitas, Gebäuden oder sonstigen Liegenschaften der öffentlichen Hand, welche von Energieagenturen, Vereinen oder sonstigen befähigten und interessierten Akteuren durchgeführt werden.

Rechenbeispiel

Jede gesparte Kilowattstunde zählt. Ein Beispiel: Im Pilotprojekt des Antragstellers entstehen Kosten in Höhe von 4 Mio. Euro. In diesem Fall können Antragsteller eine Förderung in Höhe von 2 Mio. Euro erhalten. 500.000 Euro bekommen sie auf Basis der Rechnungen. Die anderen 1,5 Mio. Euro müssen sie sich durch Einsparungen entsprechend einem Vergütungsschlüssel „dazuverdienen“. Erreichen sie diese Einsparungen nicht, bekommen sie von diesen 1,5 Mio. Euro entsprechend weniger. Die Förderung ist also vom Energiespar-Erfolg abhängig und an den Nachweis der Energieeinsparung geknüpft.

So geht’s zum Zuschuss

Und so funktioniert die Förderung: Die Antragsteller stellen im Projektantrag an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dar, wie sie ihre digitale Plattform mit Dienstleistungen zum Energiesparen realisieren wollen. Nach der Bewilligung wird der mit Förderung des BMWi entwickelte digitale Einsparzähler bei interessierten Kunden installiert und die empfohlenen Effizienzmaßnahmen werden umgesetzt.

Jede gesparte Kilowattstunde zählt und zahlt sich doppelt aus: Die Endkunden profitieren von sinkenden Energiekosten, die Betreiber der Einsparzähler-Plattform ebenfalls: Ihr Zuschuss steigt, je mehr Energie ihre Endkunden sparen.