Hände liegen aufeinander

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In Energieeffizienz-Netzwerken tauschen sich Unternehmen über praxistaugliche Lösungen zur Steigerung ihrer Energieeffizienz und Senkung ihrer Energiekosten aus. Die Unternehmen eines Netzwerks können aus derselben Region stammen oder aus der gleichen Branche. Es gibt auch unternehmensinterne Netzwerke, in denen sich verschiedene Standorte austauschen. Unterstützt werden die Teams von Energieberater*innen und professionellen Moderator*innen, die die Netzwerktreffen organisieren, begleiten und nachbereiten.

Die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke

Die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, die 2014 vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und dem Bundesumweltministerium (BMU) sowie 22 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft ins Leben gerufen wurde, ist Teil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE). Die Deutsche Energie-Agentur (dena) fungiert im Auftrag des BMWi als Geschäftsstelle der Initiative.

Das Netzwerk-Prinzip hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Aufgrund der erfolgreichen Arbeit wurde im September 2020 vereinbart das Instrument zur Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke auszubauen und bis Ende 2025 fortzusetzen. Der Fokus liegt aber weiterhin auf der Steigerung der Energieeffizienz. Die Teilnahme an der Initiative steht weiteren interessierten Verbänden offen.

Die aktuellen Monitoring-Ergebnisse der Initiative zeigen: Die Netzwerke erreichen ihre selbstgesetzten Ziele im Durchschnitt zu 111 Prozent. Durch ein Energieeffizienz-Netzwerk werden dabei durchschnittlich 31.000 Megawattstunden Endenergie pro Jahr eingespart. Das entspricht in etwa dem jährlichen Endenergieverbrauch von 1.900 deutschen Haushalten. Deshalb haben Bundesregierung und Wirtschaft beschlossen, die Initiative, die Ende 2020 auslaufen sollte, bis Ende 2025 als Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk fortzuführen und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Neben Energieeffizienz rücken dabei weitere Aspekte des Klimaschutzes stärker ins Zentrum. Die wichtigsten Informationen zur nächsten Phase der Initiative finden Sie in einem Factsheet.

Was sagen die teilnehmenden Unternehmen?

„Das Netzwerk gibt uns wichtige Impulse“ oder: „Die Lösungen der Kollegen kennenzulernen, auch über Hürden zu sprechen und wie sich diese überwinden lassen – das liefert viele Anregungen, wie sich der Energiebedarf und die CO2 -Emissionen der Aluminiumproduktion weiter verringern lassen.“ So lauten nur zwei von vielen positiven Rückmeldungen aus dem IVH Energieeffizienz Netzwerk der Hamburger Industrie. Die darin zusammengeschlossenen 15 Unternehmen konnten in nur drei Jahren 280.000 MWh bzw. 47.000 Tonnen CO2 einsparen.

„Man lernt so viele neue Dinge, die man dann im eigenen Betrieb umsetzen kann“, erklärt Waltraud Schöne, Mitinhaberin einer Goldschmiede in Essen. Sie hat sich mit Unternehmerinnen aus drei Elektro-, zwei Maler-, zwei Dachdeckerbetrieben und einer Unternehmensberaterin im „Mobilitäts-Netzwerk Essener Innungsbetriebe und Unternehmerfrauen“ zusammengetan. Die neun teilnehmenden Betriebe haben in der ersten Netzwerk-Laufzeit 65 Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt, in der zweiten Runde sollen jetzt weitere 20 folgen. Bereits in der ersten Runde haben die Unternehmerinnen unter Beweis gestellt, wie erfolgreich sie zusammenarbeiten. Ihr ursprüngliches Netzwerkziel von 13 MWh Energieeinsparung haben sie mit den erzielten 25 MWh deutlich übertroffen.

Infografik Energieeffizienz-Netzwerke

Mehr über diese und viele weitere Energieeffizienz-Netzwerke erfahren Sie in den Broschüren der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke.

Machen Sie mit!

Wenn Sie bei einem Energieeffizienz-Netzwerk mitmachen wollen, brauchen Sie einen „Netzwerkträger“, der die Gründung anstoßen und weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewinnen kann. Diese Funktion können zum Beispiel Kommunen, Energieberater*innen, Energieagenturen, Energieunternehmen oder Verbände, Organisationen oder Kammern der Wirtschaft übernehmen. Einen schnellen Überblick über Ansprechpersonen vor Ort und Netzwerke, die noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufnehmen, gibt die interaktive Netzwerkkarte.

Alles, was Sie über die Gründung eines neuen Netzwerks wissen müssen, erfahren Sie von der Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke und auf ihrer Projekt-Website (die Ansprechpersonen der Geschäftsstelle und der Gründungspartner finden Sie hier. Detaillierte Informationen über die Anforderungen an Energieeffizienz-Netzwerke bieten die „Vereinbarung über die Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken“ sowie der Praxis-Leitfaden (PDF: 1,7 MB) der Initiative.