Solarzellen auf dem Dach von Mietshäusern zu Stadtquartieren als Impulsgeber für Energiewende

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Mit einem energieeffizienten Wärmenetz bringen Sie die Energiewende in Ihrer Kommune voran: Sie ermöglichen eine moderne und klimaverträgliche Versorgung von vielen Gebäuden mit Wärme und Warmwasser auf Basis von erneuerbarer Energien oder indem Sie industrielle Abwärme als Energiequelle nutzen. 

Damit schaffen Sie etwa in dicht bebauten Gebieten, historischen Ortskernen oder ländlichen Gemeinden eine hocheffiziente und nachhaltige Wärmeversorgung per Leitung. Davon profitieren natürlich auch alle an das kommunale Wärmenetz angeschlossenen Anwohner, denn diese müssen sich nicht mehr um eine eigene Heizungsanlage im Gebäude kümmern und können beim Heizen bequem von fossilen klimaschädlichen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen. 

Wärmenetze bringen viele Vorteile für Ihre Kommune

Es gibt noch weitere Vorteile: Sie können Speicher installieren, die eine saisonale Wärmespeicherung erlauben. So schaffen Sie mit innovativen Wärmenetzen eine zukunftsweisende Infrastruktur für die Energiewende und verbinden diese mit einem wirtschaftlich nachhaltigen Geschäftsmodell. Denn: Erneuerbare Wärme benötigt häufig weniger Brennstoffe und verursacht daher geringere Betriebskosten. 

Das BMWi unterstützt Sie dabei. Für Kommunen, kommunale Unternehmen und Gemeindeverbände gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, eine finanzielle Förderung für klimaschonende Wärmenetze zu erhalten:

  • für Umbauten zur Abkopplung und Einspeisung von gewerblicher Abwärme in Wärmenetze oder
  • für erneuerbare Wärmeerzeuger und Wärmenetze, die mit einem Mindestanteil erneuerbarer Energien gespeist werden über das Marktanreizprogramm (MAP) sowie
  • für Wärmenetze 4.0, welche auf Basis von Abwärme und erneuerbaren Energien kombiniert mit saisonalen Großwärmespeichern mindestens 50 Prozent klimafreundliche Wärme bereitstellen und besonders effizient sind im Rahmen eines Modellvorhabens.

So werden Wärmenetze gefördert, die Abwärme nutzen

Ein großer Teil der für Industrieprozesse benötigten Energie verpufft immer noch ungenutzt als Abwärme. Dabei kann Abwärme für kommunale Wärmenetze als wertvolle Energiequelle zum Heizen und für die Warmwasserversorgung genutzt werden. Das BMWi fördert industrielle und kommunale Unternehmen, die Abwärme für Wärmenetze auskoppeln sowie Verbindungsleitungen zum Wärmetransport beispielsweise in bestehende Wärmenetze.

Mit dem Modul 4 „Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen“ des Programms „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“ unterstützt das BMWi seit 1.1.2019 Investitionen, die die Energieeffizienz erhöhen und damit zur Senkung des Energieverbrauchs in Unternehmen beitragen.

Sie können in diesem Fördermodul verschiedenste Effizienzmaßnahmen kombinieren. Wichtig ist, dass der Energieverbrauch sinkt – und das legen Sie in einem Einsparkonzept dar. Sie haben die Wahl zwischen einem Zuschuss, den Sie beim BAFA beantragen können und einem mit Mitteln des BMWi zinsverbilligten Kredit mit Teilschulderlass (Tilgungszuschuss), der über die KfW ausgereicht wird.

Wärmenetze auf Basis erneuerbarer Energien fördert das Marktanreizprogramm

Wärme aus regenerativen Energien wie Geothermie, Solarenergie oder Biomasse kann besonders effizient genutzt werden, wenn damit gleich mehrere Gebäude oder ganze Stadtquartiere und Gemeinden über ein kommunales Wärmenetz versorgt werden. 

Kommunen oder Gemeindeverbände, die ein Wärmenetz errichten oder ausbauen, das mit einem Mindestanteil erneuerbarer Energien gespeist wird, profitieren von Fördermitteln des BMWi aus dem Marktanreizprogramm „Wärme aus erneuerbaren Energien“ (MAP). Der erforderliche Mindestanteil variiert je nach Art der regenerativen Energiequelle. Er hängt zudem davon ab, ob Bestandsgebäude oder Neubauten über das Wärmenetz versorgt werden. Gefördert werden können sowohl die zentralen Wärmeerzeuger, wie beispielsweise Großwärmepumpen oder Freiflächensolarthermieanlagen, als auch das Wärmenetz selbst sowie die jeweiligen Hausübergabestationen. 

Die vom BMWi finanzierte MAP-Förderung wird über das KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Premium“ (271/281 und 272/282) in Form eines Kredits von in der Regel maximal 25 Millionen Euro pro Vorhaben und einem Tilgungszuschuss von bis zu 60 Euro pro neu errichtetem Meter Trasse vergeben. 

Der Förderhöchstbetrag von maximal eine Million Euro für die Leitungen des Wärmenetzes erhöht sich auf 1,5 Millionen Euro, sofern Wärme aus Tiefengeothermieanlagen in Ihr Wärmenetz eingespeist wird. Zusätzlich können Hausübergabestationen von Bestandsgebäuden mit einem Tilgungszuschuss von jeweils maximal 1.800 Euro gefördert werden. Das gesamte Wärmenetz muss einen Mindestwärmeabsatz von 500 kWh pro Jahr und Meter Trasse haben.  

Und das gibt’s oben drauf: Kommunen bekommen einen Zusatzbonus von 20 Prozent auf den gewährten Tilgungszuschuss aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) des BMWi gezahlt, wenn durch das Wärmenetz beim überwiegenden Teil der neu angeschlossenen Häuser ineffiziente dezentrale Wärmeerzeuger – etwa auf Basis fossiler Energien ohne Brennwerttechnik – ersetzt werden. 

Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (Wärmenetze 4.0) zahlt attraktive Zuschüsse

Innovative Wärmenetze der vierten Generation werden im Unterschied zu konventionellen Wärmenetzen mit Umwelt- und Abwärme unterschiedlicher Quellen und mindestens zur Hälfte mit klimafreundlicher Wärme gespeist. Da das Temperaturniveau bei Wärmenetzen 4.0. zwischen 20 bis max. 95 Grad Celsius liegt, minimiert dies Energieverluste, erhöht die Wirkungsgrade und macht Wärmenetze noch effizienter. Die Förderung steigt übrigens mit zunehmendem Anteil erneuerbarer Wärme.

Solche innovativen Systeme haben durch Kombination von Wärmepumpen und saisonalen Großwärmespeichern noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: sie bieten zusätzliche Flexibilität für den Strommarkt. 

Das Programm „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (Wärmenetze 4.0)“ des BMWi unterstützt Kommunen und kommunale Unternehmen mit einem Zuschuss sowohl bei der Planung und bei der anschließenden Umsetzung innovativer Wärmenetze. 

Von der Machbarkeitsstudie bis zur Realisierung

Die Förderung erfolgt hier in zwei Schritten: Zunächst kann eine Machbarkeitsstudie mit bis zu 60 Prozent der anfallenden Kosten gefördert werden, maximal in Höhe von 600.000 Euro.

Im zweiten Schritt wird die Realisierung eines neuen Wärmenetzes 4.0 inklusive der Wärmeerzeuger, Speicher, Steuerung, Leitungen und –Übergabestationen beziehungsweise die Umrüstung eines älteren Netzes auf den neuen Standard mit einem Zuschuss von 20 bis zu maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten des Vorhabens finanziell unterstützt, maximal in Höhe von 15 Millionen Euro pro Modellprojekt.

Gefördert werden sowohl Einzelkomponenten und Gesamtsysteme moderner Wärmeinfrastruktur inklusive Planung, zu erprobender Innovationen wie etwa der Bau großer Saisonalspeicher sowie sonstige erforderliche Komponenten.

Ergänzend werden Maßnahmen zur Kundeninformation im Gebiet des geplanten Wärmenetzes 4.0 zur Erreichung einer hohen Anschlussquote mit bis zu 80 Prozent der Kosten (maximal 200.000 Euro) sowie projektbezogene regionale wissenschaftliche Kooperationen etwa mit Hochschulen mit bis zu 1 Million Euro gefördert. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (Wärmenetze 4.0) kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) online beantragt werden.