Baustelle/Verlegen einer neuen Heizungsanlage

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Eine moderne Infrastruktur mit Wärmenetzen 4.0. könnte in Zukunft historische Stadtkerne oder schwer zu dämmende Gebäude in Ortskernen mit CO2-armer Wärme umweltfreundlich versorgen. Verglichen mit klassischen Wärmenetzen haben die Wärmenetze der vierten Generation mit 20 bis 95 Grad Celsius ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau. Das minimiert Energieverluste und macht sie noch effizienter. Sie werden mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien und mit Abwärme aus industrieller Produktion gespeist. Solche innovativen Systeme können durch die Kombination von Wärmepumpen und saisonalen Großwärmespeichern zusätzliche Flexibilität für den Strommarkt bieten.

Das Förderprogramm „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt kommunale Betriebe, kommunale Zweckverbände, eingetragene Vereine und Genossenschaften durch einem Zuschuss umfassend bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung von Wärmenetzsystemen, bei Maßnahmen zur Information der Bürger über das Wärmenetz sowie bei regionalen wissenschaftlichen Kooperationen.

Von der Machbarkeitsstudie zur Umsetzung: So wird’s gefördert

Die Förderung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst kann eine Machbarkeitsstudie mit einem Zuschuss von bis zu 60 Prozent der anfallenden Kosten gefördert werden, maximal in Höhe von 600.000 Euro.

Im zweiten Schritt wird die Realisierung eines neuen Wärmenetzes 4.0 oder die Umrüstung eines älteren Netzes auf den neuen Standard mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Vorhabenkosten finanziell unterstützt, maximal in Höhe von 15 Millionen Euro.

Gefördert werden nicht nur Einzelkomponenten, sondern auch Gesamtsysteme moderner Wärmeinfrastruktur. Ergänzend werden Maßnahmen zur Kundeninformation im Gebiet des geplanten Wärmenetzes 4.0 mit bis zu 80% der anfallenden Kosten (maximal 200.000 Euro) sowie projektbezogene regionale wissenschaftliche Kooperationen, beispielsweise mit Hochschulen, mit bis zu 1 Mio. Euro gefördert. Der Förderung wird über Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergeben.