Installateur arbeitet an Warmwasser-Heizung und zeigt Daumen nach oben

© istockphoto.com/Wavebreakmedia

Gasetagenheizungen sind in einem Mehrfamilienhaus häufig an einem gemeinsamen Schornsteinschacht angeschlossen. Wenn ein defektes Gerät ausgetauscht werden muss, dürfen die verbleibenden alten Niedertemperatur-Gasheizungen aus Sicherheitsgründen in der Regel nicht an einem Schornstein mit der neuen Brennwertheizung betrieben werden. Denn Brennwertkessel nutzen eine andere Technik, die zu Temperatur- und Druckunterschieden in der Abgasleitung führt. Somit kann in vielen Fällen die Wärmeversorgung mehrerer Wohnungen betroffen sein, selbst wenn nur in einer die defekte Gastherme ersetzt werden muss. Das gilt für alle raumluftunabhängigen Niedertemperatur-Gasetagenheizungen der Installationsarten C4, C8 oder B3. Für den Anschluss neuer effizienter Brennwertkessel muss zudem der Schornstein technisch angepasst werden.

Entscheiden Sie rechtzeitig über die beste Option für Ihre Wärmeversorgung

Planen Sie also frühzeitig und möglichst schon jetzt, damit Sie alle Handlungsmöglichkeiten kennen und die beste Lösung für Ihre Immobilie vorbereiten können, bevor die Gasetagenheizung kaputt geht und Eile angesagt ist. Wohnungseigentümergemeinschaften sollten deshalb rechtzeitig mit ihrer Verwaltung über die technischen Lösungen für Ihre Heizungsanlage sprechen und notwendige Schritte für eine Entscheidung der Eigentümergemeinschaft einleiten. Nur so haben Sie Planungssicherheit und können alle Wohnungen schnell wieder mit Wärme und Warmwasser versorgen, sollte eine Therme ersetzt werden müssen. Einen guten Überblick darüber, was Sie beachten müssen und welche technischen Lösungsmöglichkeiten für Sie zur Verfügung stehen, finden Sie im folgenden Flyer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung und des Umweltbundesamtes:

www.bam.de/austausch-gasetagenheizungen

Wärmende Aussichten: die Vorteile moderner, effizienter Heizungsanlagen

Informieren lohnt sich für Sie in jedem Fall: Der Einbau moderner, effizienter Heizungen mit Brennwerttechnik spart langfristig Energiekosten und senkt den Ausstoß von klimaschädlichem CO2. Rund 70 Prozent der Energie im Bereich Wohnen wird durch Heizen verbraucht. Das geht effizienter: Bei Niedertemperaturkesseln strömt der Wasserdampf der Abgase ungenutzt durch den Schornstein, während Brennwertkessel diesen als Wärmeenergie nutzen und somit mehr aus der Energie machen. Für das dabei gebildete Kondensat und den im Brennwertbetrieb entstehenden Überdruck muss die bisherige Abgasanlage im Schornstein allerdings technisch umgerüstet werden.

Eine interessante Alternative zum Austausch aller Geräte am Schornsteinschacht bietet die Umstellung auf eine zentrale Wärmeversorgung im Mehrfamilienhaus. Damit können Sie erneuerbare Energien wie Solarthermie, Geothermie oder Biomasse nutzen. So wird die Heizungsanlage in Ihrer Immobilie auch zukunftsfähig.

Effizient Heizen dank guter Beratung!

Welche effiziente Heizungsanlage ist für Ihre Immobilie ökologisch und wirtschaftlich die ideale Lösung? Nutzen Sie die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Beratungsangebote:

  • Energieberatung der Verbraucherzentralen
    Sie bekommen je nach Wunsch entweder telefonisch, per Email oder persönlich bei Ihnen zu Hause eine kostengünstige Beratung für einen ersten Überblick zu den effizienten Heizungsanlagen für Ihr Gebäude. Die Kosten liegen je nach Art der Beratung zwischen 10 - 40 Euro.

    Mehr Informationen unter: www.machts-effizient.de/energieberatung
  • Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)
    Ein Energieberater kommt zu Ihnen und nimmt Ihre Heizungsanlage und das Gebäude genau unter die Lupe. Anschließend erhalten Sie einen Sanierungsfahrplan für Ihr Vorhaben. Der staatliche Zuschuss für diese Beratung beträgt bei Mehrfamilienhäusern bis zu 1.100 Euro, plus weitere 500 Euro für die Vorstellung des Energieberatungsberichts z.B. in einer Versammlung der Wohnungseigentümergemeinschaft.

    Mehr Informationen unter: www.machts-effizient.de/vorortberatung

Nutzen Sie die staatlichen Zuschüsse!

Durch den Einbau einer neuen effizienten Heizungsanlage entstehen für Wohnungseigentümer Kosten. Diese müssen Sie nicht alleine stemmen. Sie bekommen dafür finanzielle Unterstützung vom BMWi. Hier ein Überblick über die staatlichen Förderprogramme:

  • KFW-Programm Energieeffizient Sanieren - Kredit
    Für Einzelmaßnahmen wie den Einbau eines Brennwertkessels (inklusive notwendiger Arbeiten am Schornstein), können Sie einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von maximal 50.000 Euro je Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 7,5 % der Darlehenssumme, max. 3.750 Euro erhalten. Bei gleichzeitiger Optimierung der Wärmeverteilung können Sie das Heizungspaket mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 12,5 %, max. 6.250 Euro je Wohneinheit, in Anspruch nehmen.

    Mehr Informationen unter: machts-effizient.de/KfW-sanieren-kredit
  • KFW-Programm Energieeffizient Sanieren – Zuschuss
    Falls Sie zur Finanzierung Ihrer Maßnahme keinen Kredit benötigen, können Sie auch einen Zuschuss beantragen. Dieser beträgt für Einzelmaßnahmen wie den Einbau eines Brennwertkessels (inklusive notwendiger Arbeiten am Schornstein) 10% der Investitionskosten, max. 5.000 Euro je Wohneinheit. Bei gleichzeitiger Optimierung der Wärmeverteilung können Sie das Heizungspaket in Anspruch nehmen. Dann steigt der Zuschuss auf bis zu 15%, max. 7.500 Euro je Wohneinheit.

    Mehr Informationen unter: machts-effizient.de/KfW-sanieren
  • Marktanreizprogramm (MAP) für Wärme aus erneuerbaren Energien
    Das BMWi fördert die Umstellung Ihrer Heizungsanlage auf erneuerbare Energien mit attraktiven Zuschüssen. Diese können beim Einbau einer Solarthermieanlage, Wärmepumpe oder einer Biomasseanlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Prinzipiell gilt: Je umweltfreundlicher die Heizung, desto höher der Zuschuss. Für den Einbau einer Wärmepumpe, die Erdwärme über eine Erdsonde als Wärmequelle nutzt, gibt es zum Beispiel insgesamt mindestens 4.500 Euro. Die Höhe der Förderung ist auch abhängig von der Leistung der Anlage. Bei Anlagen, die Mehrfamilienhäuser versorgen, kann daher mit einem höheren Zuschuss gerechnet werden.

    Mehr Informationen unter: machts-effizient.de/MAP