Symbolbild für Wettbewerb Energieeffizienz: Papierknäuel, das eine Glühbirne darstellt

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Mit einem neuen Wettbewerb für Energieeffizienz stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Unternehmen eine weitere Option für Förderung bereit und komplettiert damit das technologie- und branchenoffene BMWi-Förderpaket „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“.

Die Förderung innerhalb des neuen Paketbestandteils verläuft anders als bei den Optionen Kredit und Zuschuss. Sie wird im Rahmen von Wettbewerbsrunden verteilt. Ausschlaggebend für den Erfolg beim Kräftemessen der Unternehmen ist die sogenannte „Fördereffizienz“. Gefördert werden die Projekte mit den höchsten jährlichen CO2-Einsparungen pro beantragtem Euro Förderung. Sie entscheiden im vorgegebenen Rahmen selbst, wie viel Förderung Sie beantragen. Und Sie können eine höhere „Förderquote“ (förderfähige Investitionskosten im Verhältnis zur Fördersumme) als bei den Optionen Kredit und Zuschuss erhalten. Sie kann bei bis zu 50 Prozent liegen. Die maximale Fördersumme liegt bei 5 Millionen Euro pro Projekt.

Wie sich Investition in niedrigere Energiekosten für Unternehmen schneller auszahlen

Im Förderwettbewerb geht es um ambitionierte Vorhaben. Er zielt auf Projekte ab, deren energiebezogene Amortisationszeit ohne Förderung mindestens vier Jahre betragen würde. Diese Zeit, in der die Investition durch niedrigere Energiekosten wieder eingespielt wird, können Sie mit einer Förderung von bis zu 50 Prozent deutlich reduzieren. Dabei ist zu bedenken: Je höher die durch eine Energieeinsparung erzielte CO2-Einsparung im Vergleich zur beantragten Fördersumme, desto besser sind die Chancen im Wettbewerb.

Einen ersten Überblick können Sie sich mit dem „Fördereffizienzrechner“ auf den Förderwettbewerb verschaffen.

Für die Beantragung muss das Vorhaben in einem Einsparkonzept dargestellt werden, das von einem qualifizierten Energieexperten erstellt wurde. Unternehmen, die über ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem verfügen, können das Konzept auch intern erstellen.

Beispiel 1: Optimieren, Strom- und Gasverbrauch reduzieren, von Förderung profitieren

Wie der Wettbewerb des BMWi Energieeffizienz belohnen könnte? Ein Beispiel: Ein Unternehmen der Automobilbranche will Energiekosten im Lackierprozess einsparen. Die Lackieranlage benötigt jährlich rund 1.300 MWh Strom und 1.600 MWh Gas. Mit Hocheffizienztechnik lässt sich der Energieverbrauch systematisch senken: Frequenzumformer können die Heißwasserpumpen und die Luftmenge in der Lackierkabine bedarfsgerecht regeln, Lichtschranken die Besprühung in Stillstandzeiten ausschalten. Zusätzlich ist ein System zur Wärmerückgewinnung geplant.

Mit förderfähigen Investitionskosten in Höhe von 265.000 Euro könnte das Unternehmen jährlich 1.020 MWh Erdgas und 100 MWh Strom einsparen – und damit CO2-Emissionen von rund 260 Tonnen im Jahr vermeiden. Bei einem Strompreis von 0,15 Euro pro kWh und einem Gaspreis von 0,05 Euro kWh amortisiert sich die Effizienzmaßnahme ohne Förderung nach etwas mehr als vier Jahren. Im BMWi-Wettbewerb Energieeffizienz könnten die Kosten mit maximal 50 Prozent gefördert werden. Damit würde sich die Amortisationszeit auf rund zwei Jahre verkürzen. Mehr Informationen zu diesem Beispiel finden Sie hier.

Beipiel 2: Energiekosten senken durch Strom und Wärme aus eigener Erzeugung

Ein zweites Unternehmen, das im BMWi-Wettbewerb Energieeffizienz gefördert werden könnte: Der Betreiber einer Kläranlage möchte eine neue Faulgasanlage bauen, um die Energieeffizienz der Abwasseraufbereitung zu erhöhen. Aus dem Faulgas können mithilfe einer Mikrogasturbine Strom und Wärme erzeugt werden. Wird die Energie selbst genutzt, dann sinken die Strom- und Wärmekosten des Betriebs erheblich. Zudem könnten die Belebungsbecken deutlich kleiner als bisher dimensioniert werden, wodurch der Bedarf an Strom zusätzlich sinken würde. Ohne Förderung würde sich die Effizienzmaßnahme nach zwölf Jahren amortisieren, mit maximaler Förderung schon nach sechs Jahren. Damit wird die Investition in den Klimaschutz sowie niedrigere Energiekosten umso attraktiver.

Mehr Informationen zum Förderwettbewerb des BMWi finden Sie hier und auf dem Portal „Wettbewerb Energieeffizienz“.