erSie brauchen eine neue Waschmaschine? Nutzen Sie die Angaben des Energielabels direkt am Gerät, um

  • sich darüber klar zu werden, welche Ansprüche Ihre Maschine erfüllen sollte,
  • sich optimal beraten zu lassen,
  • Schritt für Schritt das für Sie perfekte Gerät auszuwählen.

Das EU-Energieeffizienzlabel hält viele nützliche Informationen bereit, die Ihnen beim Kauf eine Entscheidungshilfe sein können. In sechs Schritten zeigen wir Ihnen, welche Angaben auf dem EU-Label für Waschmaschinen Ihnen bei der Wahl des richtigen Geräts helfen:

  1. Größe
  2. Wasserverbrauch
  3. Schleuderklasse
  4. Lautstärke
  5. Stromverbrauch
  6. Energieeffizienz

Schritt 1: Welche Größe passt zu Ihnen?

Die Größe der Waschmaschine wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel durch ein T-Shirt und eine Angabe in Kilogramm gekennzeichnet.

Bei einem kleinen Haushalt mit 1 bis 2 Personen – oder bei Menschen, die oft und dafür kleine Mengen waschen - reicht eine Maschine mit 5-7 kg Fassungsvermögen vollkommen aus. Zu einem mittleren Haushalt mit 3 bis 4 Personen passt eine größere Maschine. Empfehlenswert sind hier 7-8 kg Fassungsvermögen. Für große Haushalte ab 5 oder mehr Personen – oder auch für Menschen, die eher selten und dafür große Mengen auf einmal waschen – passen große Maschinen mit 8 kg Fassungsvermögen oder mehr.

Übrigens: Im Durchschnitt beladen Menschen in Deutschland ihre Maschinen für einen typischen Waschgang mit ca. 4 kg Wäsche. Diese Menge entspricht beispielsweise sieben T-Shirts, zwei Jeans und zwei Badetüchern. (Quelle: Universität Bonn)

Die Menge macht's: Wasser- und Waschmittelverbrauch kontrollieren!

Die Mengenautomatik reduziert bei nicht ganz gefüllter Trommel den Energie- und Wasserverbrauch. Bei halber Beladung verringert sich der Verbrauch allerdings nicht um die Hälfte, sondern lediglich um 20 bis 30 Prozent. Diese Funktion ist sinnvoll, wenn Sie damit rechnen, dass Ihre Maschine öfter nicht voll beladen wird.

Schritt 2: Was ist ein guter Wasserverbrauch?

Sie möchten wissen, wieviel Wasser Ihre neue Waschmaschine verbraucht? Das EU-Energieeffizienzlabel auf dem Gerät gibt dies mit einem Wasserhahnsymbol und einen Verbrauchswert in Litern pro Jahr an.

Kleine Maschinen mit 5 bis 7 kg Fassungsvermögen sollten durchschnittlich bis zu 9.300 Liter Wasser pro Jahr verbrauchen. Das entspricht etwa 52 Badewannen. Der Verbrauch sollte nicht über 10.700 Liter liegen. Bei mittelgroßen Maschinen (7 bis 8 kg) spricht man bei einem Verbrauch von durchschnittlich bis zu 9.900 Liter Wasser pro Jahr von einem guten Wasserverbrauch. Das entspricht etwa 55 Badewannen. Der Verbrauch sollte nicht über 11.000 Litern liegen. Für große Maschinen (8 kg und mehr) sind bis zu 10.800 Liter Wasser pro Jahr ein guter Verbrauch. Das entspricht etwa 60 Badewannen. Der Verbrauch sollte nicht über 11.200 Litern liegen.

Übrigens: Geräte in den Kategorien acht und mehr Kilogramm arbeiten besonders energieeffizient und haben daher einen vergleichsweise niedrigen Wasserverbrauch.

So schützen Sie sich vor Wasserschäden

Fast alle neuen Waschmaschinen sind mittlerweile mit einem Sicherheitsmechanismus zur Verhinderung von Wasserschäden ausgestattet. Denn es besteht immer die Gefahr, dass Wasser ausläuft.

Die Schutzfunktionen haben je nach Hersteller unterschiedliche Bezeichnungen, wie Aquastop, Wasserstopp oder AquaSecure. Die Maschine sollte sowohl mit einem Schutz gegen einen undichten oder geplatzten Zulaufschlauch als auch gegen ein Überlaufen oder undichte Stellen der Maschine ausgestattet sein. (weitere Infos: Verbraucherzentrale)

Je nach Hersteller werden in Waschmaschinen unterschiedliche Schutzsysteme eingebaut, wie ein elektrisches Sicherheitsventil am Wasserhahn, ein zweiter Schlauch, der den Zulaufschlauch umhüllt, eine Bodenwanne oder ein Niveauschalter, der das Wasser stoppt, wenn es ein bestimmtes Niveau erreicht hat. Insbesondere im Wohnbereich sollte auf einen besonders guten Wasserschutz geachtet werden. (Quelle: Verbraucherzentrale)

Schritt 3: Die Schleuderklasse

Auch die Schleuderklasse ist ausschlaggebend für Ihr Neugerät. Auf dem EU-Energieeffizienzlabel wir diese mit einem T-Shirt-Symbol und einer Skala von A bis G angegeben.

Wer einen Trockner nutzt, sollte Schleuderklasse A wählen. Damit kommt ihre Wäsche wesentlich trockener aus der Maschine, so können Sie beim Stromverbrauch für Waschen und Trocknen unterm Strich bis zu 150 Euro in zehn Jahren sparen.

Wer Wäsche in der Wohnung trocknet, sollte nicht schlechter als Schleuderklasse B kaufen. Schleuderklasse C und schlechter sind nicht zu empfehlen, wenn Sie Ihre Wäsche in der Wohnung trocknen. Hier kommt die Wäsche sehr feucht aus der Maschine und die Luftfeuchtigkeit steigt. Das kann zu Schimmelbildung führen.

Sparen beim Wäsche trocknen

Mit diesen Tipps können Sie beim Wäsche trocknen Geld sparen:

  • Legen Sie ein trockenes Handtuch zur feuchten Wäsche, damit sparen Sie Trocknungszeit.
  • In Alufolie eingewickelte Tennisbälle schützen vor statischer Aufladung und lockern die Daunen bei Decken oder Jacken.
  • Noch sparsamer: Wäsche an der Luft trocknen. Hängen Sie kleine Kleidungsstücke, z. B. Socken und Unterwäsche, auf dem Wäscheständer nach innen – dann trocknen sie schneller.

Schritt 4: Wie laut darf die Maschine sein?

Damit Sie von Ihrer neuen Waschmaschine nicht im Alltag gestört werden, wird die Lautstärke auf dem EU-Energieeffizienzlabel gekennzeichnet. Ein Lautsprecher und eine Dezibelzahl (dB) sagt Ihnen zum einen, wie laut die Maschine beim Waschen ist, eine zweite Angabe zeigt die Laustärke beim Schleudern.

Im Wohnbereich sollten Maschinen nicht lauter als in Gesprächslautstärke (ca. 50 Dezibel) laufen. Auch das Schleudern sollte nicht lauter als ein Staubsauger (ca. 70 Dezibel) sein. Wer seine Maschine dagegen im Keller stehen hat, muss sich um die Lautstärke nicht viele Sorgen machen. Hier stört die Maschine niemanden. Die lautesten Geräte können übrigens Rasenmäher-Lautstärke erreichen (ca. 80 Dezibel).

Übrigens: Lärm wird in der Einheit Dezibel (dB) angegeben. Zehn Dezibel mehr bedeuten eine Verzehnfachung der Schallenergie, drei Dezibel eine Verdoppelung. 40 bis 60 dB entsprechen normaler Gesprächslautstärke oder einem leisen Radio. Bei 110 dB ist die Schmerzgrenze erreicht. Kreissägen und Presslufthammer liegen in diesem Bereich.

Timing ist alles!

Mit dem Timer/der Zeitvorwahl können Sie den Zeitpunkt angeben, zu dem die Kleidung fertig gewaschen sein soll. So können Sie zu einer Zeit waschen, zu der die Lautstärke der Maschine Sie nicht stört. Die Funktion erleichtert auch die Nutzung von energiesparenden, aber langen Waschprogrammen.

Schritt 5: Wie viel Strom verbraucht eine Waschmaschine?

Der jährliche Stromverbrauch der Waschmaschine wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel in Kilowattstunden pro Jahr angegeben.

Maximal 175 Kilowattstunden (kWh) im Jahr sollte eine kleine Waschmaschine (5 bis 7 kg) an Strom verbrauchen. Das entspricht rund 51 Euro an Stromkosten. Ein sehr guter Stromverbrauch wäre 140 Kilowattstunden. Eine mittelgroße Maschine (7 bis 8 kg) dagegen sollte bei maximal 190 Kilowattstunden (kWh) Stromverbrauch im Jahr liegen. Das entspricht rund 55 Euro an Stromkosten. Ein sehr guter Stromverbrauch bei dieser Größe liegt bei 120 Kilowattstunden. Bei einer großen Waschmaschine (8 kg und mehr) darf der Stromverbrauch bei maximal 200 Kilowattstunden (kWh) im Jahr liegen, damit die Maschine als energieeffizient gilt. Das entspricht rund 58 Euro an Stromkosten. 140 Kilowattstunden wären hier ein sehr guter Stromverbrauch.

Wie werden die Werte für den jährlichen Strom- und Wasserverbrauch ermittelt?

Für den jährlichen Strom- und Wasserverbrauch geht man von 220 Waschgängen pro Jahr aus, also etwas mehr als vier Durchgängen pro Woche. Der Verbrauch wird für Waschgänge im Baumwollprogramm gemessen, und zwar für verschiedene Temperaturen und Füllmengen: ca. 94 Mal Waschen bei 60 °C und voller Maschine, ca. 63 Mal bei 60 °C und teilbefüllter Wäschetrommel und ca. 63 Mal bei 40 °C teilbefülltem Gerät (Gewichtung 3/7, 2/7 und 2/7). Weitere Standards bei der Messung sind eine Umgebungstemperatur von 20 °C, normal verschmutzte Standardwäsche und eine Wassertemperatur von 15 °C. Da eine Waschmaschine auch Strom verbraucht, wenn sie ausgeschaltet ist bzw. nach dem Waschen nicht gleich wieder ausgeschaltet wurde (ähnlich wie in einem Stand-by-Zustand), wird auch dieser Stromverbrauch miteinberechnet.

Hinweis: Natürlich wird Ihr tatsächlicher Verbrauch nicht exakt dem Wert auf dem Label entsprechen. Die Angabe auf dem Label gibt Ihnen aber einen Anhaltspunkt und hilft, verschiedene Geräte miteinander zu vergleichen.

So sparen Sie an den Gesamtkosten

Der Anschaffungspreis macht bei einer Waschmaschine nur einen Teil der Kosten aus. Weil die Geräte oft über Jahre im Einsatz sind, lohnt es sich, den Stromverbrauch in die Kalkulation miteinzubeziehen und die Gesamtkosten zu vergleichen.

So wird gerechnet:

Jährlicher Stromverbrauch (in kWh) mal Strompreis (z. B. 0,29 Euro) plus jährlicher Wasserverbrauch (in m³) mal Wasserpreis (z.B. 3,98 Euro pro m³); multipliziert mit der Einsatzdauer (z.B. zwölf Jahre) plus Kaufpreis = Gesamtkosten.

Die Gesamtkosten können bei einer durchschnittlichen Waschmaschine gut und gerne bei 1.500 Euro und mehr liegen. Lassen Sie sich im Handel beraten und bitten Sie um eine Berechnung der Gesamtkosten - es lohnt sich, genauer hinzusehen!

Schritt 6: Die Energieeffizienzklasse

Die wohl bekannteste Angabe auf dem EU-Energieeffizienzlabel ist die Energieeffizienzklasse Ihres neuen Geräts. Eine farbige Skala auf dem Label gibt an, wie effizient Ihre Maschine arbeitet.

Neue Waschmaschinen gibt es heute nur noch in den Klassen A+++, A++ und A+. Die Klassen A bis D sind im Handel nicht mehr erhältlich (bei einem Fassungsvermögen von über 4 kg). Maschinen der Klasse A+ landen dementsprechend nur auf Platz 3, da sie jährlich 30 Prozent mehr Strom verbrauchen, als Maschinen der besten Klasse (A+++). Maschinen der Klasse A++ verbrauchen jährlich 13 Prozent mehr Strom als Maschinen der besten Klasse (A+++) und landen somit auf Platz 2. Auf Platz 1 landen Maschinen der Klasse A+++, denn die verbrauchen jährlich am wenigsten Strom. Eine effiziente A+++-Waschmaschine kann gegenüber einer A+-Maschine im Jahr etwa 31 Euro Strom- und Wasserkosten einsparen (im Vergleich zu einem Altgerät sogar 40 Euro). Über die Lebensdauer von zwölf Jahren sind das rund 370 Euro (bzw. 480 Euro gegenüber einem Altgerät).

Sonderpreis für supereffiziente Maschinen

Innerhalb der Klasse A+++ gibt es Modelle, die ganz besonders effizient arbeiten. Beachten Sie deshalb unbedingt die Produktbeschreibung!

Eine Maschine mit der Bezeichnung „A+++ -50 Prozent“ verbraucht beispielsweise 50 Prozent weniger Strom als der für die Klasse A+++ mindestens erforderliche Wert. So liegt der Stromverbrauch bei einer 8-kg-Maschine beispielsweise bei nur 90 kWh pro Jahr und verursacht damit jährlichen Stromkosten von gerade mal rund 27 Euro. Dafür ist die Programmlaufzeit mit 300 Minuten jedoch auch vergleichsweise lang.