Sie brauchen ein neues Fernsehgerät? Nutzen Sie die Angaben des Energielabels direkt am Gerät, um

  • sich darüber klar zu werden, welche Ansprüche Ihr neuer Fernseher erfüllen sollte,
  • sich optimal beraten zu lassen,
  • Schritt für Schritt das für Sie perfekte Gerät auszuwählen.

Das EU-Energieeffizienzlabel hält viele nützliche Informationen bereit, die Ihnen beim Kauf eine Entscheidungshilfe sein können. In vier Schritten zeigen wir Ihnen, welche Angaben auf dem EU-Label für Fernsehgeräte Ihnen bei der Wahl des richtigen Geräts helfen:

  1. Größe
  2. Ausschalten
  3. Leistung
  4. Energieeffizienzklasse

Schritt 1: Wie groß sollte Ihr Fernsehgerät sein?

Um sicher zu gehen, dass das Fernsehgerät Ihren Anforderungen entspricht, ist auf dem EU-Energieeffizienzlabel die Angabe der Größe des Geräts vorhanden. Der Durchmesser des Geräts wird in Zoll (inch) und Zentimeter (cm) angegeben.

Die Größe des Fernsehers sollte immer in Zusammenhang mit dem Sitzabstand zum Gerät betrachtet werden. 32 Zoll (ca. 80 cm) Bildschirmdiagonale ergeben das beste Seh-Erlebnis für ein HD-Gerät, wenn Sie ca. zwei Meter entfernt sitzen. Bei einer Bildschirmdiagonale von 40 Zoll (ca. 102 cm) sollten Sie ca. drei Meter entfernt sitzen, um das beste Seh-Erlebnis Ihres HD-Geräts zu nutzen. Wenn Sie ca. vier Meter entfernt sitzen, ist ein 50 Zoll-Gerät (ca. 127 cm) optimal.

Grundsätzlich gilt bei HD-Auflösung die Faustregel: Der Sitzabstand sollte in etwa der dreifachen Bildschirmdiagonale entsprechen. Bei ultrahochauflösenden Geräten (Ultra-HD oder 4K) kann der Sitzabstand auch geringer sein, da das Bild feiner aufgelöst wird. Hier gilt die Faustregel: Sitzabstand = ca. doppelte Bildschirmdiagonale. Übrigens: Die Angabe Zoll sagt Ihnen nichts? Kein Problem. Multiplizieren Sie einfach die angegebenen Zoll mit 2,5 und schon haben Sie den cm-Wert.

Groß, aber oho – besonders auf der Stromrechnung

Je größer der Fernseher, desto höher ist auch der Stromverbrauch!

Und Achtung, auch für die Auflösung gilt: Eine höhere Auflösung bedeutet einen deutlich erhöhten Stromverbrauch! Sie haben in der Regel die Wahl zwischen HD (1.920 x 1.080 Pixel) und noch höherer Auflösung (Ultra-HD und 4K: 3.840 x 2.160 Pixel).

Als Empfehlung gilt: Eine HD-Auflösung liefert gute Bilder, ist für normale Sehgewohnheiten bestens geeignet und schont Ihren Geldbeutel.

Schritt 2: Mit oder ohne Ausschaltknopf?

Ob das Fernsehgerät einen Ausschaltknopf hat, kann man auf dem EU-Energieeffizienzlabel durch ein Power-Symbol und ein Häckchen daneben erkennen. Seit 2011 gibt es zwar nur noch TV-Geräte auf dem Markt, die einen Stand-by-Verbrauch von in der Regel unter einem Watt haben (das entspricht maximal 7,3 Kilowattstunden bzw. Stromkosten von 2,12 Euro pro Jahr bei einem Stand-by-Betrieb von 20 Stunden täglich), achten Sie aber trotzdem auf einen Ausschaltknopf! Denn mit einem echten Ausschalter können Sie den Stand-by-Stromverbrauch des Fernsehers, auch wenn er sehr gering ist, einfach vermeiden.

Smart unterwegs?

Wollen Sie mit Ihrem TV-Gerät ins Internet? Dann ist ein Smart-TV für Sie das Richtige. Aber Achtung: Durch den konstanten Datenaustausch erhöht sich der Stromverbrauch! Achten Sie darauf, dass man bei Ihrem Gerät vorhandene Netzwerkanschlüsse und „Network Stand-by“ deaktivieren kann. Achten Sie außerdem auf einen eingebauten Tuner (Empfangsgerät) für die geplante Empfangsart (Antenne, Kabel, Satellit, IPTV (Internet)) – das spart im Vergleich zu einem separaten Receiver Strom!

Übrigens: Insgesamt ist der Fernseher zusammen mit PC und Radio für rund ein Viertel des täglichen Stromverbrauchs von Privathaushalten verantwortlich.

Schritt 3: Leistung - Wie viel Strom braucht ein TV-Gerät?

Der jährliche Stromverbrauch sowie die Leistungsaufnahme des Fernsehgeräts wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel in Kilowattstunden pro Jahr bzw. Watt angegeben. Maximal 47 Kilowattstunden (kWh) im Jahr bei einer Leistungsaufnahme von 32 Watt - mehr Strom sollte ein Gerät mit 32 Zoll Bildschirmdiagonale nicht verbrauchen. Das entspricht rund 14 Euro Stromkosten. Noch besser ist ein Stromverbrauch von 35 Kilowattstunden. Bei einem Gerät mit 40 Zoll Bildschirmdiagonale liegt der Wert des Maximalverbrauchs bei 70 Kilowattstunden (kWh) im Jahr bei einer Leistungsaufnahme von 48 Watt (rund 20 Euro Stromkosten) – optimal wären hier 50 Kilowattstunden. Bei einem Gerät mit 49 Zoll Bildschirmdiagonale sind es dagegen maximal 88 Kilowattstunden (kWh) im Jahr bei einer Leistungsaufnahme von 60 Watt (rund 25 Euro Stromkosten). 60 Kilowattstunden sind hier ein sehr guter Stromverbrauch.

Je größer der Bildschirm ist, desto höher sind die Leistungsaufnahme (Watt) des eingeschalteten Fernsehers und der Stromverbrauch des Geräts. Die Leistungsaufnahme gibt an, wie viel Strom durch das eingeschaltete Gerät fließt. Je geringer die Leistungsaufnahme, desto weniger Strom verbraucht das Gerät in der Summe während des Betriebs. Die Angabe auf dem EU-Label gibt den jährlichen Stromverbrauch bei einem Betrieb von vier Stunden pro Tag an. Die Angaben beziehen sich dabei auf den tatsächlichen An-Modus – der Stand-by-Betrieb ist nicht einberechnet.

Das kostet der Fernseher wirklich

Anschaffungskosten sind bei TV-Geräten nur die halbe Wahrheit. Weil die Geräte oft jahrelang im Einsatz sind, lohnt es sich, den Stromverbrauch in die Kalkulation miteinzubeziehen und die Gesamtkosten verschiedener Modelle zu vergleichen. Und so wird gerechnet:

Jährlicher Stromverbrauch (in kWh) mal Strompreis (z. B. 0,29 Euro), multipliziert mit der Einsatzdauer (z.B. sieben Jahre) plus Kaufpreis ergeben die Gesamtkosten.

Die Stromkosten können bei einem durchschnittlichen TV-Gerät gut und gerne bei 200 Euro und mehr liegen. Lassen Sie sich im Handel beraten und bitten Sie um eine Berechnung der Gesamtkosten - es lohnt sich, genauer hinzusehen!

Schritt 4: Energieeffizienz- Welche Energieeffizienzklasse ist gut?

Die wohl bekannteste Angabe auf dem EU-Energieeffizienzlabel ist die Energieeffizienzklasse Ihres neuen Geräts. Eine farbige Skala auf dem Label gibt an, wie effizient Ihr Fernseher läuft.

Neue TV-Geräte gibt es heute nur noch in den Klassen A++ bis D. Geräte der Klasse A landen nur auf Platz 3, da sie 88 Prozent mehr Strom verbrauchen, als Geräte der besten Klasse (A++). Geräte der Klasse A+ verbrauchen 44 Prozent mehr Strom als Geräte der besten Klasse (A++) und landen somit auf Platz 2. Auf Platz 1 landen somit Geräte der Klasse A++, denn die verbrauchen jährlich am wenigsten Strom. Ein effizientes A++-Gerät (Bildschirmdiagonale 138 cm) kann gegenüber einem B-Gerät im Jahr etwa 30 Euro Stromkosten einsparen (im Vergleich zu einem Altgerät der Klasse D sogar rund 70 Euro). Über die Lebensdauer von sieben Jahren sind das rund 210 Euro (bzw. fast 500 Euro gegenüber einem Altgerät).

Aber Achtung: Auch zwei Fernseher der gleichen Energieeffizienzklasse können unterschiedlich viel Strom verbrauchen – je nach Größe und weiteren Extras. Vergleichen lohnt sich daher! Mit einem effizienten A+-Gerät können Sie nach sieben Jahren rund 120 Euro einsparen (Jahresverbrauch: 45 Kilowattstunden) im Vergleich zu einem ineffizienten Modell der Klasse A+ (Jahresverbrauch: 104 Kilowattstunden).