Sie brauchen einen neuen Wäschetrockner? Nutzen Sie die Angaben des Energielabels direkt am Gerät, um

  • sich darüber klar zu werden, welche Ansprüche Ihr neuer Trockner erfüllen sollte,
  • sich optimal beraten zu lassen,
  • Schritt für Schritt das für Sie perfekte Gerät auszuwählen – online oder im Fachhandel.

Das EU-Energieeffizienzlabel hält viele nützliche Informationen bereit, die Ihnen beim Kauf eine Entscheidungshilfe sein können. In sieben Schritten zeigen wir Ihnen, welche Angaben auf dem EU-Label für Wäschetrockner Ihnen bei der Wahl des richtigen Geräts helfen:

  1. Größe
  2. Gerätetyp
  3. Kondensation
  4. Lautstärke
  5. Geschwindigkeit
  6. Stromverbrauch
  7. Energieeffizienz

Schritt 1: Welche Größe passt zu Ihnen?

Die Größe des Wäschetrockners wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel mithilfe des Fassungsvermögens in Kilogramm angegeben. Dies ist auf dem Label durch ein T-Shirt-Symbol gekennzeichnet.

7 kg Fassungsvermögen passt zu einem kleinen Haushalt mit 1 bis 2 Personen. Bei einem mittleren Haushalt mit 3 bis 4 Personen sollte das Fassungsvermögen 8 kg betragen. 9 kg Fassungsvermögen (und mehr) passt zu einem großen Haushalt ab 5 Personen.

Der Trockner sollte außerdem zu Ihrer Waschmaschine passen. Je nach Größe Ihrer Waschmaschine (Wäscheaufnahme in kg) sollten Sie einen Trockner mit dazu passendem Fassungsvermögen auswählen: In der Regel können Wäschetrockner etwas kleiner sein als die Waschmaschine. Denn nicht alles, was gewaschen wurde, darf oder soll auch in den Trockner.

Schritt 2: Welcher Trockner-Typ passt zu Ihrem Haushalt?

Auf dem Label wird mit unterschiedlichen Symbolen zwischen drei verschiedenen Trocknertypen unterschieden. Angezeigt wird hier, ob es sich um einen Ablufttrockner, einen Kondensationstrockner (dazu gehören auch Wärmepumpentrockner) oder einen gasbetriebenen Trockner handelt.

Bei Ablufttrocknern wird die feuchte Abluft über einen Schlauch nach außen – meist durch ein offenes Keller- oder Badezimmerfenster – an die Umwelt abgegeben. Daher sollten Ablufttrockner in einem trockenen, unbeheizten Raum stehen. Ablufttrockner entsprechen nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und verbrauchen rund 50 Prozent mehr Strom als moderne Wärmepumpentrockner. Zwar ist der Kaufpreis eher gering; durch den hohen Stromverbrauch rechnet sich die Anschaffung aber nicht.

Bei Kondensationstrocknern wird die Feuchtigkeit aus der Wäsche kondensiert und das Wasser in einem Behälter gesammelt. Dieser Behälter wird dann entweder von Hand geleert oder direkt in den Abfluss abgeleitet. Der Stromverbrauch eines Kondensationstrockners liegt fast 60 Prozent über dem eines modernen Wärmepumpentrockners. Sie haben zwar nur einen mittleren Anschaffungspreis, aber auch hier ist der Energieverbrauch – wie beim Ablufttrockner – relativ hoch.

Wärmepumpentrockner sind eine Weiterentwicklung des Kondensationstrockners. Sie funktionieren nach dem gleichen Prinzip, ergänzt um eine Wärmepumpe. Während konventionelle Kondensationstrockner die Abwärme vollständig in den Raum abgeben, wird beim Wärmepumpentrockner ein Teil der Abwärme erneut für den Trocknungsgang genutzt. Das spart Energie! Wärmepumpentrockner sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, rechnen sich aber durch ihren geringeren Stromverbrauch.

Kleidung und Geldbeutel schonen – durch intelligente Programmsteuerung

Moderne Wäschetrockner messen während des Trocknens laufend, wie feucht die Wäsche noch ist. Sobald der gewünschte Trocknungsgrad erreicht ist, stoppt das Programm automatisch. Man spricht hier von feuchtigkeitsabhängiger Steuerung. Damit sparen Sie im Vergleich zu zeitgesteuerten Wäschetrocknern, bei denen Sie die Trockenzeit vorab einstellen müssen. Dabei werden die Kleidungsstücke oft „übertrocknet“. Das schadet Ihrer Wäsche, und der Energieverbrauch ist unnötig hoch.

Schritt 3: Welche Kondensationsklasse ist sinnvoll?

Bei Kondensationstrocknern (inklusive Wärmepumpentrocknern) wird auf dem Energielabel eine sogenannte Kondensationseffizienzklasse angegeben. Diese Klasse gibt an, wie viel Feuchtigkeit der Trockner an die Umgebung abgibt. Insbesondere bei geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung ist die Kondensationsklasse ein wichtiges Kriterium und sollte beim Kauf berücksichtigt werden.

Kondensationsklassen gibt es von A bis G, wobei die derzeit schlechteste am Markt verfügbare Klasse C ist. Dabei gilt: Wählen Sie immer Klasse A! Das gilt besonders bei schlecht belüfteten Räumen. Sonst besteht die Gefahr von Schimmelbildung.

Mit der Waschmaschine Strom sparen beim Trocknen

Eine hohe Schleuderzahl beim Waschen erspart dem Trockner Arbeit. Das senkt unterm Strich Ihre Stromrechnung – denn der Energieverbrauch des Trockners ist deutlich höher als der der Waschmaschine.

Schritt 4: Wie laut darf der Trockner sein?

Damit Sie von Ihrem neuen Wäschetrockner nicht im Alltag gestört werden, wird die Lautstärke auf dem EU-Energieeffizienzlabel gekennzeichnet. Ein Lautsprecher und eine Dezibelzahl (dB) sagt Ihnen, wie laut Ihr neues Gerät im täglichen Gebrauch ist.

In Wohnräumen sollte das Gerät besser leise sein: Hier ist eine Lautstärke von rund 60 bis 65 Dezibel in Ordnung. Das entspricht einem Fernseher in Zimmerlautstärke. Im Keller stört die Maschine niemanden und kann daher auch lauter sein. Sehr laute Trockner können durchaus so viel Lärm verursachen wie ein Staubsauger (ca. 70 Dezibel).

Übrigens: Dezibel (dB) ist die Maßeinheit für Lautstärke. Menschen empfinden Geräusche zwischen einem Schallpegel von 40 bis etwa 65 dB als leise, normal und angenehm. Laut wird es für uns ab einer Lautstärke von etwa 80 dB.

Geräte mit einer Lautstärke zwischen 60 und 65 dB gelten bei Trocknern als leise.

Timing ist alles!

Mit der Zeitvorwahl (Timer) können Sie den Zeitpunkt angeben, zu dem die Kleidung fertig getrocknet sein soll. So können Sie den Trockner zu einer Zeit nutzen, zu der Sie die Lautstärke des Geräts nicht stört. Die Funktion erleichtert auch die Nutzung von energiesparenden, aber langen Trockenprogrammen.

Schritt 5: Die Geschwindigkeit

Die Zeitangabe, die Sie auf dem Label finden, bezieht sich auf das Standard-Baumwollprogramm. Kurzprogramme trocknen zum Teil noch schneller. Aber Achtung: Solche Kurzprogramme sind nur für robuste Kleidungsstücke geeignet, da hier durchgängig die volle Heizleistung genutzt wird. Das strapaziert die Textilien.

Sehr schnelle Standard-Baumwollprogramme können Ihre Wäsche in ca. 1 Stunde und 40 Minuten trocknen. Langsamere Trockner brauchen dagegen über 4 Stunden (260 Minuten). Das kann zwar im Alltag nerven, dafür wird die Wäsche aber schonender getrocknet. Denn Baumwollprogramme, die lange dauern, erhitzen die Wäsche in der Regel weniger stark. Insbesondere temperaturempfindliche Textilien halten so länger. Nach dem gleichen Prinzip arbeiten übrigens auch Schonprogramme, die ebenfalls eine längere Dauer haben.

Sinnvolle Trocknerprogramme

Je mehr Programme, umso teurer ist der Trockner in der Anschaffung. Aber einige Programme sind durchaus zu empfehlen:

  • Automatik: Sensoren im Trockner überprüfen laufend den Feuchtigkeitsgehalt der Wäsche; sie beenden das Programm automatisch.
  • Schontrocknen: für empfindliche Textilien – reduziert sowohl die Lufttemperatur als auch die Zahl der Trommelumdrehungen.
  • Bügeltrocken: trocknet die Wäsche nur so lange, bis eine für das Bügeln geeignete Restfeuchte noch vorhanden ist.
  • Schranktrocken: Die Wäsche kann direkt zusammengelegt und in den Schrank geräumt werden.

Schritt 6: Wie viel Strom verbraucht der Trockner?

Der jährliche Stromverbrauch des Trockners wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel in Kilowattstunden pro Jahr angegeben.

Für diese Angabe geht man von 160 Trockengängen pro Jahr aus, also etwa drei Durchgängen pro Woche. Der Verbrauch wird für Trocknerladungen im Baumwollprogramm mit verschiedenen Füllmengen gemessen: ca. 70 Mal für komplett vollbeladene Trockengänge (3/7 von 160), ca. 90 Mal für nur teilbefüllte Ladungen (4/7 von 160). Bei der Messung wird feuchte Standardwäsche, die zuvor mit 1.000 Umdrehungen geschleudert wurde, verwendet. Da ein Wäschetrockner auch Strom verbraucht, wenn er ausgeschaltet ist bzw. nach dem Trockenvorgang nicht gleich wieder ausgeschaltet wurde (ähnlich wie in einem Stand-by-Zustand), wird auch dieser Stromverbrauch miteinberechnet. Hinweis: Natürlich wird Ihr tatsächlicher Verbrauch nicht exakt dem Wert auf dem Label entsprechen. Die Angabe auf dem Label gibt Ihnen aber einen Anhaltspunkt und hilft, verschiedene Geräte miteinander zu vergleichen.

Ein 7-kg-Trockner sollte maximal 210 Kilowattstunden (kWh) im Jahr an Strom verbrauchen. Das entspricht rund 61 Euro Stromkosten pro Jahr. Hier sind 160 kWh ein sehr guter Verbrauch. Bei einem 8-kg-Trockner sollte der Stromverbrauch maximal 220 kWh im Jahr betragen (rund 64 Euro Stromkosten pro Jahr). Hier liegt ein sehr guter Verbrauch bei 180 kWh jährlich. 9-kg-Trockner sollten dagegen maximal 240 kWh im Jahr verbrauchen (rund 75 Euro Stromkosten pro Jahr), 200 kWh wären dagegen ein sehr guter Stromverbrauch.

Heute schon an den Gesamtkosten gespart?

Anschaffungskosten sind bei Wäschetrocknern nur die halbe Wahrheit. Weil die Geräte oft über Jahre im Einsatz sind, lohnt es sich, den Stromverbrauch in die Kalkulation miteinzubeziehen und die Gesamtkosten verschiedener Geräte zu vergleichen.

So wird gerechnet:

Jährlicher Stromverbrauch (in kWh) mal Strompreis (z. B. 0,29 Euro), multipliziert mit der Einsatzdauer (z.B. zwölf Jahre) plus Kaufpreis = Gesamtkosten.

Die Gesamtkosten können bei einem durchschnittlichen Wäschetrockner gut und gerne bei 1.000 bis 2.000 Euro liegen. Lassen Sie sich im Handel beraten und bitten Sie um eine Berechnung der Gesamtkosten - es lohnt sich, genauer hinzusehen!

Schritt 7: Die Energieeffizienzklasse

Die wohl bekannteste Angabe auf dem EU-Energieeffizienzlabel ist die Energieeffizienzklasse Ihres neuen Geräts. Eine farbige Skala auf dem Label gibt an, wie effizient Ihr Trockner arbeitet.

Neue Wäschetrockner gibt es heute nur noch in den Klassen A+++ bis B (Kondensations- und Wärmepumpentrockner) bzw. in der Klasse C (Ablufttrockner). Die Klasse D ist im Handel nicht mehr erhältlich. Maschinen der Klasse A+ landen nur auf Platz 3, da sie jährlich 75 Prozent mehr Strom verbrauchen, als Maschinen der besten Klasse (A+++). Maschinen der Klasse A++ verbrauchen jährlich 33 Prozent mehr Strom als Maschinen der besten Klasse (A+++) und landen somit auf Platz 2. Auf Platz 1 landen Maschinen der Klasse A+++, denn sie verbrauchen jährlich am wenigsten Strom.

Ein effizienter A+++-Wärmepumpentrockner kann somit gegenüber Gerät der Klasse B im Jahr rund 100 Euro Stromkosten einsparen (im Vergleich zu einem Altgerät sogar rund 130 Euro). Über die Lebensdauer von 12 Jahren sind das rund 1.200 Euro (bzw. über 1.500 Euro gegenüber einem Altgerät).