Sie brauchen einen neuen Kühlschrank? Dann nutzen Sie die Angaben des Energielabels direkt am Gerät, um

  • sich darüber klar zu werden, welche Ansprüche der Kühlschrank erfüllen sollte,
  • sich optimal beraten zu lassen,
  • Schritt für Schritt das für Sie perfekte Gerät auszuwählen.

Das EU-Energieeffizienzlabel hält viele nützliche Informationen bereit, die Ihnen beim Kauf eine Entscheidungshilfe sein können. In fünf Schritten zeigen wir Ihnen, welche Angaben auf dem EU-Label für Kühl- und Gerfriergeräte Ihnen bei der Wahl des richtigen Geräts helfen:

  1. Fassungsvermögen
  2. Gefrierfach-Größe
  3. Lautstärke
  4. Stromverbrauch
  5. Energieeffizienzklasse

Schritt 1: Welche Größe passt zu Ihnen?

Das Fassungsvermögen des Kühlinhaltes ist auf dem EU-Energieeffizienzlabel durch das Symbol einer Milchtüte und eine Angabe in Litern ersichtlich.

Zu einem Single-Haushalt passt ein Fassungsvermögen von 120 Litern. Das entspricht etwa sechs Einkaufstüten. Ein 2-Personen-Haushalt sollte dagegen schon zu einem größeren Kühlschrank greifen. Empfehlenswert sind 160 Liter Fassungsvermögen (was etwa acht Einkaufstüten entspricht). Haushalte mit drei Personen sind mit einem Kühlschrank mit 200 Litern Fassungsvermögen (etwa zehn Einkaufstüten) gut beraten. Ein größerer Kühlschrank ab 250 Liter Fassungsvermögen (etwa 13 Einkaufstüten) ist für große Haushalte ab vier Personen empfehlenswert.

Ausgegangen wird hier von einer Einkaufstüte üblicher Größe (ca. 40 cm x 50 cm) und einer Befüllung von maximal zehn Litern sowie einem Kühlschrank, der zu 50 Prozent mit Lebensmitteln gefüllt wird.

Richtig sortieren ist angesagt

Mit einem guten Ordnungssystem ist der Kühlschrank immer richtig eingeräumt. Denn die Temperatur unterscheidet sich von Fach zu Fach: Oben und im Gemüsefach ist es wärmer, im unteren Bereich des Kühlschranks kälter. So bleiben Lebensmittel länger frisch. Außerdem wird die Zeit beim Suchen verkürzt, sodass der Kühlschrank nur kurz geöffnet wird – das spart Strom.

Schritt 2: Welches Gefrierfach passt zu Ihren Gewohnheiten?

Neben dem Fassungsvermögen für das Kühlfach wird auf dem EU-Label auch das Fassungsvermögen des Gefrierfachs angegeben. Dies erkennen Sie an einer Schneeflocke und einer Literangabe.

Wenn Sie gewöhnlich nur wenig einfrieren, dann reicht ein Gefrierfach mit einem Volumen von 20 bis 30 Litern pro Person im Haushalt (das entspricht 10 bis 15 2-Liter-Gefrierbeuteln). Falls Sie viel einfrieren, z. B. weil Sie einen Nutzgarten haben, sollten es 80 bis 100 Liter pro Person sein (das entspricht 40 bis 50 2-Liter-Gefrierbeuteln). Sie frieren nichts ein? Vorteil für Sie! Kühlschränke ohne Gefrierfach sind nämlich besonders energiesparend: Sie verbrauchen rund ein Drittel weniger Strom.

Ohne ist am sparsamsten

Falls Sie bereits eine Gefriertruhe besitzen, sollten Sie einen Kühlschrank ohne Gefrierfach kaufen. Von Kühlschränken, bei denen das Gefrierfach im Kühlbereich integriert ist, ist grundsätzlich abzuraten. Sie verbrauchen unnötig viel Strom. Besser: Kühl- und Gefrierteil sind voneinander getrennt und verfügen über separate Kühlkreisläufe und Türen.

Schritt 3: Wie lauf darf ein Kühlschrank sein?

Damit Sie von Ihrem neuen Kühlschrank nicht im Alltag gestört werden, wird außerdem die Lautstärke des Geräts angegeben. Ein Lautsprecher und eine Dezibelzahl (dB) sagt Ihnen, wie laut Ihr neues Gerät im täglichen Gebrauch ist.

In der Küche sollte ein Kühlschrank nicht lauter als 40 Dezibel sein. Dies entspricht der Geräuschkulisse eines Ventilators. Im Keller stört ein lautes Gerät normalerweise nicht – wobei „laut“ beim Kühlschrank maximal 50 Dezibel entspricht, also dem Geräuschpegel von leiser Radiomusik.

Das richtige Klima machts

Bei Kühlschränken gibt es drei Klimaklassen:

  • N (Normal) – bei Umgebungstemperatur +16 °C bis + 32 °C
  • SN (Sub-Normal oder Erweitert-Normal) +10 °C bis + 32 °C
  • T (Tropisch) +16 °C bis +43 °C

In Deutschland üblich sind Multiklassegeräte SN-T von +10 °C bis 43 °C. Falls das Gerät im Keller steht, sollte es die Klimaklasse SN abdecken. Die Temperatur im Kellerraum darf aber trotzdem über einen längeren Zeitraum nicht unter 10 °C fallen.

Schritt 4: Wie viel Strom verbraucht ein Kühlschrank?

Der jährliche Stromverbrauch des Kühlschranks wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel in Kilowattstunden pro Jahr angegeben.

Maximal 92 Kilowattstunden (kWh) im Jahr sollte ein Kühlschrank mit 120 Litern Fassungsvermögen verbrauchen. Das entspricht rund 27 Euro Stromkosten. Ein sehr guter Wert bei einem Gerät dieser Größe wären 61 Kilowattstunden. Bei einem Kühlschrank mit 160 Litern Fassungsvermögen sollte der maximale Verbrauch bei 96 Kilowattstunden (kWh) im Jahr liegen, was ca. 28 Euro Stromkosten entspricht – gut wären hier 64 Kilowattstunden. Ein Kühlschrank mit 200 Litern Fassungsvermögen dagegen sollte einen Maximalverbrauch von 99 Kilowattstunden (kWh) im Jahr haben (rund 29 Euro Stromkosten). Ein sehr gutes Gerät verbraucht hier etwa 66 Kilowattstunden. Maximal 104 Kilowattstunden (kWh) im Jahr sollte ein Kühlschrank mit 250 Litern Fassungsvermögen verbrauchen. Das entspricht rund 30 Euro Stromkosten. Erstrebenswert ist hier ein Wert von 69 Kilowattstunden jährlich.

Das kostet der Kühlschrank wirklich

Anschaffungskosten sind bei Kühlgeräten nur die halbe Wahrheit. Weil die Geräte oft sehr lange im Einsatz sind, lohnt es sich, den Stromverbrauch in die Kalkulation mit einzubeziehen und die Gesamtkosten verschiedener Geräte zu vergleichen.

So wird gerechnet:

Jährlicher Stromverbrauch (in kWh) mal Strompreis (z. B. 0,29 Euro) multipliziert mit der Einsatzdauer (z. B. 14 Jahre) plus Kaufpreis sind gleich die Gesamtkosten.

Die Gesamtkosten können bei einem durchschnittlichen Kühlschrank gut und gerne bei 1.500 Euro und mehr liegen. Lassen Sie sich im Handel beraten und bitten Sie um eine Berechnung der Gesamtkosten – es lohnt sich, genauer hinzusehen!

Schritt 5: Die Energieeffzienzklasse - Welche Klasse belegt den 1. Platz?

Die wohl bekannteste Angabe auf dem EU-Energieeffizienzlabel ist die die Energieeffizienzklasse Ihres neuen Geräts. Eine farbige Skala auf dem Label gibt an, wie effizient Ihr Kühlschrank arbeitet.

Neue Kühlgeräte gibt es heute nur noch in den Klassen A+++, A++ und A+. Die Klassen A bis D sind im Handel nicht mehr erhältlich. Kühlgeräte der Klasse A+ landen nur auf Platz 3, da sie jährlich 90 Prozent mehr Strom als Geräte der besten Klasse (A+++) verbrauchen. Kühlgeräte der Klasse A++ verbrauchen 50 Prozent mehr Strom als Geräte der besten Klasse (A+++) und landen somit auf Platz 2. Auf Platz 1 hingegen stehen Kühlgeräte der Klasse A+++, denn sie verbrauchen mit Abstand am wenigsten Strom.
In Geld übersetzt bedeutet dies: Ein effizientes A+++-Gerät kann gegenüber einem A+-Gerät im Jahr etwa 40 Euro Stromkosten einsparen (im Vergleich zu einem Altgerät sogar rund 70 Euro). Über die Lebensdauer von 14 Jahren sind das rund 560 Euro (bzw. fast 1.000 Euro gegenüber einem Altgerät).

Sonderfunktionen: Was lohnt sich?

Bestimmte Sonderfunktionen helfen, Strom zu sparen: etwa eine außen ablesbare, gradgenaue Temperaturskala, ein Warnsignal bei zu hohen Temperaturen oder bei geöffneter Tür. Aber Achtung! Manche Extras, wie z.B. „No-Frost-Funktion“ oder „Null-Grad-Zone“, fressen zusätzlichen Strom.