Sie brauchen einen neuen Geschirrspüler? Nutzen Sie die Angaben des Energielabels direkt am Gerät, um

  • sich darüber klar zu werden, welche Ansprüche Ihr neuer Geschirrspüler erfüllen sollte,
  • sich optimal beraten zu lassen,
  • Schritt für Schritt das für Sie perfekte Gerät auszuwählen – online oder im Fachhandel.

Das EU-Energieeffizienzlabel hält viele nützliche Informationen bereit, die Ihnen beim Kauf eine Entscheidungshilfe sein können. In sechs Schritten zeigen wir Ihnen, welche Angaben auf dem EU-Label für Geschirrspüler Ihnen bei der Wahl des richtigen Geräts helfen:

  1. Fassungsvermögen des Geräts
  2. Wasserverbrauch
  3. Trocknungswirkung
  4. Lautstärke
  5. Stromverbrauch
  6. Energieeffizienz

Schritt 1: Die Größe - Wie viel Geschirr soll in Ihr Gerät passen?

Die Größe des Geräts wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel durch die Anzahl der Maßgedecke angegeben, die in das Gerät passen. Erkennbar ist diese Angabe durch ein Geschirrsymbol auf dem Label.

Dieses Fassungsvermögen hilft bei der Einschätzung, ob Ihr Geschirr auch in die Spülmaschine passt. Ein Maßgedeck umfasst einen Essteller, einen Suppenteller, einen Dessertteller, eine Tasse mit Untertasse, ein Glas und fünf Besteckteile.

In einen Geschirrspüler mit 45 cm Breite passen bis zu zehn Gedecke. Das entspricht in etwa der typischen Beladung in einem Single-Haushalt. Dem typischen Bedarf eines Mehrpersonenhaushalts entspricht eher ein Geschirrspüler mit 60 cm Breite, in den bis zu 14 Gedecke passen.

Grundsätzlich gehen Geschirrspüler mit 60 Zentimeter Breite am effizientesten mit Strom und Wasser um. Aus Energiespargründen kann es somit auch in kleinen Haushalten sinnvoll sein, mehr Geschirr und Besteck zu verwenden und dafür eine 60 Zentimeter breite Maschine zu wählen.

Besser ganz voll machen!

Nur ein voll beladenes Gerät arbeitet wirklich energieeffizient. Bedenken Sie daher vor dem Kauf, wie viel Geschirr Sie im Alltag tatsächlich verwenden. Beachten Sie bei der Auswahl auch die Größe Ihres Geschirrs. Je nach Modell sind Tellergrößen bis zu einem Durchmesser von 35 cm möglich.

Schritt 2: Was ist ein guter Wasserverbrauch?

Sie möchten wissen, wieviel Wasser Ihr neuer Geschirrspüler verbraucht? Das EU-Energieeffizienzlabel auf dem Gerät gibt dies mit einem Wasserhahnsymbol und einem Verbrauchswert in Litern pro Jahr an.

Weniger als 10 Liter pro Spülgang sind ein sehr guter Verbrauchswert. Das entspricht einem jährlichen Wasserverbrauch von bis zu 2.800 Litern. Mehr als 12 Liter pro Spülgang gelten als hoher Verbrauchswert, der jährliche Wasserverbrauch beträgt dann 3.300 Liter oder sogar mehr.

Die Angabe des jährlichen Wasserverbrauchs auf dem Label bezieht sich auf 280 Spülvorgänge pro Jahr, was etwa 5 bis 6 Spülgängen pro Woche entspricht. Beim Wasserverbrauch kommt es übrigens nicht auf die Größe an: Kleine Maschinen mit 45 cm Breite benötigen ebenso viel Wasser wie 60 cm breite Modelle.

So schützen Sie sich vor Wasserschäden

Fast alle neuen Spülmaschinen sind mit einem Sicherheitsmechanismus zur Verhinderung von Wasserschäden ausgestattet. Damit wird sowohl der Zu- als auch der Ablauf kontrolliert und bei Fehlfunktion abgeschaltet.

Je nach Hersteller werden in Spülmaschinen unterschiedliche Schutzsysteme eingebaut, wie ein elektrisches Sicherheitsventil am Wasserhahn oder eine Überwachung des Ablaufs, der die Pumpe bei Fehlfunktion abschaltet. Insbesondere im Wohnbereich sollte auf einen besonders guten Wasserschutz geachtet werden.

Schritt 3: Welche Trocknungswirkungsklasse ist gut?

Nach dem Spülen noch Abtrocknen? Nicht nötig mit dem richtigen Gerät. Das EU-Label auf Ihrem Gerät gibt die Trocknungswirkungsklasse auf einer Skala von A bis G an.

Unsere Empfehlung: A kaufen! Alle Geräte, die acht und mehr Gedecke fassen, haben sowieso die Klasse A. Nur für sehr kleine Geräte mit weniger Fassungsvermögen (z. B. Auftisch-Geschirrspüler) ist auch B erlaubt.

Die Trocknungswirkungsklasse A ist für alle Geräte mit einem Fassungsvermögen von acht und mehr Gedecken übrigens auch gesetzlich vorgeschrieben.

Mit der Hand spülen oder mit der Maschine?

Effiziente Spülmaschinen verbrauchen mittlerweile fast immer weniger Wasser als ein Spülgang per Hand. Heutzutage gibt es Geräte, die nur 0,75 Kilowattstunden Strom und weniger als 10 Liter Wasser verbrauchen.

Schritt 4: Wie laut sind gute Geschirrspüler?

Damit Sie von Ihrem neuen Geschirrspüler nicht im Alltag gestört werden, wird die Lautstärke auf dem EU-Energieeffizienzlabel gekennzeichnet. Ein Lautsprecher und eine Dezibelzahl (dB) sagt Ihnen, wie laut Ihr neues Gerät im täglichen Gebrauch ist.

Nicht lauter als 40 Dezibel sind Geräte, die als „leise“ gelten. Dies entspricht dem Geräusch eines Ventilators. Bis zu 46 Dezibel sind in Ordnung. Dies entspricht der Lautstärke von leiser Radiomusik. Lauter sollte ein Geschirrspüler nicht sein.

Übrigens: Dezibel (dB) ist die Maßeinheit für Lautstärke. 30 dB entsprechen Flüsterlautstärke. Menschen empfinden Geräusche zwischen einem Schallpegel von 40 bis etwa 65 dB als leise, normal und angenehm. Laut wird es für uns ab einer Lautstärke von etwa 80 dB.

Nutzung der Zeitvorwahl

Mit dem Timer können Sie den Zeitpunkt angegeben, zu dem das Geschirr fertig gespült sein soll. Damit können Sie die Nutzung der besonders energiesparenden, aber lang dauernden Programme im Alltag bequem integrieren – und so auch die mögliche Beeinträchtigung durch den Geräuschpegel während des Betriebs möglichst geringhalten. Es kann jedoch zu einem zusätzlichen Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb kommen.

Schritt 5: Wie viel Strom verbraucht ein Geschirrspüler?

Der jährliche Stromverbrauch des Geschirrspülers wird auf dem EU-Energieeffizienzlabel in Kilowattstunden pro Jahr angegeben.

Maximal 190 Kilowattstunden (kWh) im Jahr darf ein Gerät mit 45 cm Breite verbrauchen. Das entspricht rund 55 Euro Stromkosten. Ein Geschirrspüler mit 60 cm Breite sollte maximal 240 Kilowattstunden (kWh) im Jahr verbrauchen (rund 70 Euro Stromkosten).

Der jährliche Strom- und Wasserverbrauch ergibt sich aus 280 Durchgängen des vom Hersteller festgelegten Standardprogramms (meist das Eco-Programm – das Programm muss vom Hersteller entsprechend angegeben werden). Die Messung findet mit normal verschmutztem Geschirr statt. Das dabei verwendete Wasser hat eine Ausgangstemperatur von 15° C. Zusätzlich wird der Stromverbrauch im aus- und im eingeschalteten Zustand berücksichtigt.

Hinweis: Natürlich wird Ihr individueller Verbrauch nicht exakt dem Wert auf dem Label entsprechen. Die Angabe auf dem Label gibt Ihnen aber einen Anhaltspunkt und hilft, verschiedene Geräte miteinander zu vergleichen.

Das kostet der Geschirrspüler wirklich

Anschaffungskosten sind bei Geschirrspülern nur die halbe Wahrheit. Weil die Geräte oft über Jahre im Einsatz sind, lohnt es sich, den Stromverbrauch in die Kalkulation miteinzubeziehen und die Gesamtkosten verschiedener Geräte zu vergleichen.

So wird gerechnet:

Jährlicher Stromverbrauch (in kWh) mal Strompreis (z. B. 0,29 Euro) plus jährlicher Wasserverbrauch (in m³) mal Wasserpreis (z. B. 3,98 Euro pro m³); multipliziert mit der Einsatzdauer (z. B. zwölf Jahre) plus Kaufpreis = Gesamtkosten.

Die Gesamtkosten können bei einem durchschnittlichen Geschirrspüler gut und gerne bei 1.600 bis 1.700 Euro liegen. Lassen Sie sich im Handel beraten und bitten Sie um eine Berechnung der Gesamtkosten - es lohnt sich, genauer hinzusehen!

Schritt 6: Die Energieeffizienzklasse

Die wohl bekannteste Angabe auf dem EU-Energieeffizienzlabel ist die Energieeffizienzklasse Ihres neuen Geräts. Eine farbige Skala auf dem Label gibt an, wie effizient Ihre Spülmaschine arbeitet.

Neue Geschirrspüler gibt es heute nur noch in den Klassen A+++, A++ und A+. Die Klassen A bis D sind im Handel nicht mehr erhältlich. Dementsprechend landen Maschinen der Klasse A+ nur auf Platz 3, da sie jährlich 26 Prozent mehr Strom verbrauchen, als Maschinen der besten Klasse (A+++). Maschinen der Klasse A++ verbrauchen jährlich 12 Prozent mehr Strom als Maschinen der besten Klasse (A+++) und landen auf Platz 2. Auf Platz 1 landen Maschinen der Klasse A+++, denn die verbrauchen jährlich am wenigsten Strom.

In Geld übersetzt kann eine effiziente A+++-Spülmaschine gegenüber einer A+-Maschine im Jahr etwa 33 Euro Strom- und Wasserkosten einsparen (im Vergleich zu einem Altgerät sogar fast 60 Euro). Über die Lebensdauer von zwölf Jahren sind das fast 400 Euro (bzw. über 700 Euro gegenüber einem Altgerät)

Achten Sie auch auf sinnvolle Extras bei einem Geschirrspüler: Dazu gehört beispielsweise ein Beladungssensor, der feststellt, wie viel Geschirr im Geschirrspüler ist und die Wassermenge entsprechend anpasst. Auch ein Wärmetauscher hilft beim Energiesparen.