Workshop-Teilnehmer schreiben Stichworte auf Karten.

Alle Interessierten konnten Lösungen für die in den Innovationsworkshops entwickelten Challenges einreichen.

In einem zweistufigen Verfahren hatten Verbraucherinnen und Verbraucher aus ganz Deutschland die Möglichkeit, sich in den NTRI-Innovationsprozess einzubringen:

Im Rahmen von insgesamt 12 Innovationsworkshops mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen wurden mit Hilfe von Design-Thinking-Elementen zunächst Herausforderungen erarbeitet, die Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der täglichen Nutzung elektrischer Geräte im Haushalt entstehen. Am Ende eines jeden Workshops wurden so genannte „Challenges“ (Herausforderungen) formuliert, die es zu bewältigen gilt, um Heizen, Klimatisieren oder Beleuchtung in Deutschland energieeffizienter zu machen.

NTRI Innovationsworkshop an der FH Köln
Wie lassen sich Nutzerbedürfnisse und Energieeffizienz vereinbaren? Im Rahmen von zwölf Innovationsworkshops diskutierten Verbraucherinnen und Verbraucher zunächst über Herausforderungen, die bei der täglichen Nutzung auftauchen.

Auf Basis der Arbeit in den Workshops wurden anschließend 24 Challenges auf den offenen Innovationsplattformen Innonatives und phantominds veröffentlicht und der Bearbeitung durch interessierte und kreative Köpfe zugängig gemacht. Am Ende stehen 382 Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die dazu beitragen könnten, neue Energieeinsparpotenziale zu erzielen.

Die Finalisten des NTRI-Innovationswettbewerbs

Eine Experten-Jury hat sechs Ideen als besonders innovativ und inspirierend bewertet. Sie wurden am 8. November 2018 im Rahmen des Fachforums Produkteffizienz der Nationalen Top-Runner-Initiative (NTRI) einem breiten Publikum aus Politik, Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherorganisationen vorgestellt.

Idee #1 von Michael Stern

Thema: IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie)

Herausforderung: Immer die richtige Größe auf dem Schirm! Wie passt man die Größe des Handybildschirms der Nutzung an, um den Akku zu schonen?

Lösung: Overlay – spart Displayhelligkeit
Warum immer den ganzen Handybildschirm beleuchten, wenn man sowieso nur im oberen Viertel liest? Der Bildschirm braucht am meisten Energie! Eine App sorgt dafür, dass bei jeder Anwendung jeweils nur der Teil des Bildschirms beleuchtet wird, den man auch tatsächlich betrachtet.

Idee #2 von Yvonne Northemann

Thema: Smart Meter

Herausforderung: Smart Meter: ein System für alle? Wie muss ein Smart Meter in Zukunft aussehen, der unterschiedlichen Zielgruppen gerecht wird?

Lösung: Zielgruppengerechte Tipps
Energiesparen konkret und zu Hause! Lichter brennen in nicht genutzten Zimmern? Der Kühlschrank ist unnötigerweise auf Tiefstkühlen eingestellt? Die App zum Smartmeter weist Sie sowie die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner darauf hin!

Idee #3 von Felix Zahn

Thema: Smart Meter/Smart Home und Router

Herausforderung: Router ohne Routine – weniger Router, öfter ausschalten, trotzdem erreichbar bleiben?

Lösung: Der selbstlernende Router
Viele Router laufen 24 Stunden täglich, auch wenn sie eigentlich nicht gebraucht werden. Zwar sind einige Router programmierbar, aber dies ist Nutzern oft zu mühsam. Der selbstlernende Router schafft hier energieeffiziente Abhilfe. Er lernt, wann welche seiner Funktionen gebraucht werden und passt sich so den Gewohnheiten seiner Nutzer an. So verbraucht er – für Nutzer völlig unkompliziert und komfortabel – nur so viel Energie wie nötig.

Idee #4 von Renate Hirsch

Thema: Heizen/Kühlen/Lüften

Herausforderung: Flexible Wohnungsplanung: Wie lassen sich Wohnungen so planen, dass sie sich über die Jahrzehnte den sich wandelnden Bedürfnissen der Bewohner und dem technischen Fortschritt anpassen lassen?

Lösung: Home Office Sharing
Wir teilen Autos und Wohnungen. Warum nicht auch Home Offices, wenn mehr Platz als für eine Person ist oder man es an manchen Tagen nicht selbst benötigt? Weniger Bauen spart Energie, ebenso wie vorhandene beheizte Räume auch zu nutzen.

Idee #5 von Thomas Bentzer

Thema: IKT

Herausforderung: Router ohne Routine – Weniger Router, öfter ausschalten, trotzdem erreichbar bleiben?

Lösung: Mehrfach-WLAN über einen Router
Jedem seinen Router mit WLAN – das sind viele Router mit viel Energieverbrauch! Warum eigentlich nicht einen Router zentral für ganze Hausgemeinschaften nutzen?

Idee #6 von Jonas Scheumann

Thema: Smart Meter

Herausforderung: Verbesserungen des Energiemanagements durch die Speicherung von Energie zu kostengünstigen Zeiten – Smartes Energiemanagement

Lösung: Efficiency-First auch im Wärmespeicher
Energie nutzen, wenn es viel davon gibt, um Wärme zu erzeugen und zu speichern: Das ist schlau und energieeffizient. Aber auch die Entnahme der gespeicherten Energie aus Schicht- und Pufferspeichern geht noch effizienter, wenn für jede Anwendung das Wasser mit der genau richtigen Temperatur abgezogen wird anstatt heißeres Wasser mit kaltem zur richtigen Temperatur zu mischen.

Mit dieser Idee ging Jonas Scheumann als Gewinner des Innovationswettbewerbs hervor.

Die Finalisten und Finalistinnen des Innovationswettbewerbs der NTRI

Die Finalistinnen und Finalisten des NTRI-Innovationswettbewerbs nach der Abstimmung (v.l.n.r.): Renate Hirsch (3. Platz), Felix Zahn (2. Platz), Jonas Scheumann (1. Platz), Somaia Mata (in Vertretung von Yvonne Northemann), Michael Stern, Otmar Deubzer (NTRI-Konsortium).

Weitere Lösungsvorschläge gab es auf Innonatives zu den Themen Licht macht Laune, Stoßlüften leicht gemacht, Smart Meter 1, Smart Meter 2, Flexible Wohnungsplanung, Tageslichtnutzung sowie Heizen und Lüften. Ideen zu denselben Themen sowie zusätzlich zu Waschen und Spülen, Haushaltsgeräte, IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie), Smart Home / Smart Meter und Router wurden auf phantominds eingereicht.

Das NTRI-Konsortium bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Einreichung ihrer kreativen Ideen und wünscht ihnen viel Erfolg bei der erfolgreichen Umsetzung in Produkte, mit denen Verbraucher im Alltag täglich Energie sparen.