Infografik Hydraulischer Abgleich

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Das Wasser der Heizung sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstandes. Dabei fließt durch kurze, dicke Rohre mehr als durch lange, dünne. Die Folge: Heizkörper, die weiter vom Heizkessel entfernt sind, werden oft nicht richtig warm. Was nah am Kessel liegt, wird häufig zu heiß. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern verschleudert auch unnötig Energie – und verursacht Kosten. Sparen in doppelter Hinsicht können Haushalte durch den sogenannten „hydraulischen Abgleich“, der seit dem 1. August 2016 Förderung vom Staat erhält. In Form eines Zuschusses von 30 Prozent.

Was passiert bei einem hydraulischen Abgleich?

Der hydraulische Abgleich folgt einem einfachen Prinzip: Ein Fachbetrieb stellt die Heizung so ein, dass die Wärme im Haus gleichmäßig verteilt wird. Dazu ermittelt er zunächst für jeden Raum die tatsächlich benötigte Wärmemenge. Dabei berücksichtigt er auch die besonderen Eigenschaften des Hauses bzw. der Wohnung, zum Beispiel die Dämmung der Außenwände oder die Qualität der Fenster. Als Nächstes berechnet er die notwendige Heizwassermenge sowie die richtige Pumpenleistung. Anschließend kann er die Thermostatventile genau richtig einstellen und an den Bedarf anpassen. Das Ergebnis des hydraulischen Abgleichs: Jeder Heizkörper erhält so viel Wärme, wie er benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

Wann lohnt sich die Maßnahme für Ihre Heizung?

Ein hydraulischer Abgleich ist bereits dann sinnvoll, wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Heizung nicht richtig kontrollieren zu können und Räume nicht so warm wie gewünscht werden. Gute Hinweise sind auch Geräusche: Rauschen, Gluckern oder Pfeifen sollten Sie nicht ignorieren! Außerdem typisch: Einzelne Heizkörper glühen regelrecht, obwohl sie nur auf Stufe „1“ gestellt sind. Andere werden nicht richtig warm, obwohl sie voll aufgedreht sind.

Wie lange dauert ein hydraulischer Abgleich?

Um alle Daten zur Heizung aufzunehmen, braucht ein Handwerker bei einem Einfamilienhaus etwa anderthalb Stunden; die anschließende Berechnung dauert etwa vier Stunden. Und für die optimale Einstellung sollten Sie je Heizkörper noch einmal etwa fünf Minuten einplanen.

Und wie hoch sind die Kosten?

Die genauen Kosten für einen hydraulischen Abgleich hängen vom Zustand und Aufbau der Heizung ab. Für ein Einfamilienhaus kann mit einem Betrag von etwa 500 Euro gerechnet werden. Doch das lohnt sich: Weil Sie in der Folge Wärmeenergie sparen, haben Sie die Kosten im Durchschnitt bereits nach etwa dreieinhalb Jahren wieder reingeholt.

30 Prozent Ihrer Kosten bekommen Sie zurück, denn der Staat fördert bei bestehenden Heizsystemen mit dem Programm „Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich“. Wichtig: Die Registrierung für den Förderantrag muss vor der Durchführung der Maßnahmen geschehen. Alle Infos rund um das Förderprogramm zum hydraulischen Abgleich finden Sie hier.

Mit diesem Tipp doppelt sparen: Darf es etwas weniger sein?

Wenn Sie die Raumtemperatur um nur ein Grad absenken, sparen Sie bereits sechs Prozent Energie. Das heißt aber natürlich nicht, dass Sie in Ihrer Wohnung frieren sollen. Vielmehr kommt es darauf an, nicht mehr Energie zu verbrauchen als nötig. Die optimale Temperatur im Wohnzimmer liegt bei zwanzig Grad Celsius, in der Küche bei achtzehn bis zwanzig Grad, im Bad bei dreiundzwanzig Grad und im Schlafzimmer bei sechzehn bis achtzehn Grad. Achtung: Auch ungenutzte Räume sollten nicht kälter als etwa sechzehn Grad sein – hier könnte sich sonst Feuchtigkeit an den Wänden niederschlagen.