Zimmern ob Rottweil im Schwarzwald

Ein Rundum-Sorglos-Paket für die energetische Sanierung

© BMWi/Pascal Rohé

Wie viele Kommunen stand die zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb eingebettete Gemeinde Zimmern ob Rottweil vor einer Herkulesaufgabe: Der Sanierungsstau bei den Schulen, Kitas, Turnhallen, dem Rathaus und Feuerwehrhaus in vier Ortsteilen der Schwarzwaldgemeinde sollte trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten angepackt werden. Einige der Gebäude sind denkmalgeschützt, das älteste ist Baujahr 1910.

Im Rahmen einer Orientierungsberatung erstellte die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) ein energetisches Gesamtkonzept für die Sanierung von fünf Gebäuden und machte die Gemeinde auf die Möglichkeit des „Energiespar-Contractings“ aufmerksam. Das funktioniert so: Ein Energiedienstleister übernimmt die energetische Sanierung und das Energiemanagement. Seine Kosten refinanziert er über die gesparten Energiekosten.

Ein Kümmerer mit Know-how, der energieeffizient, systematisch und schnell saniert

„Das ist eine attraktive Lösung. „Der ‚Contractor’ trägt den Großteil der Kosten und das Investitionsrisiko. Wir haben nun einen Kümmerer mit Know-how an der Seite, der unsere Gebäudetechnik energieeffizient, systematisch und schnell sanieren kann“, resümiert Carmen Merz, Bürgermeisterin der Gemeinde mit 6.050 Einwohnern.

Damit die Gemeinde den richtigen Vertragspartner finden konnte, übernahm die für „Contracting“-Beratung qualifizierte KEA die Umsetzungsberatung: von der Ausschreibung über die Auswertung und den Vergabevorschlag bis zur Vertragsgestaltung. „Dadurch hatten wir weniger Aufwand und fachliche Begleitung bei der Auswahl des besten Angebots. Das war eine große Erleichterung, zumal das finanziell gefördert wurde“, so Bürgermeisterin Merz. Das BMWi übernahm 50 Prozent der Kosten für die Umsetzungsberatung.

Garantierte Energiekostensenkung: 71.778 Euro pro Jahr

Der „Contractor“ investiert im Rahmen eines energetischen Gesamtkonzepts 1,1 Millionen Euro in energieeffiziente Anlagentechnik. Die Gemeinde beteiligt sich mit einem Baukostenzuschuss von 312.000 Euro. Bislang zahlte sie jährlich 101.820 Euro Energiekosten für die im „Contracting“-Vertrag erfassten fünf Gebäude. Der „Contractor“ finanziert seine Ausgaben während der 15-jährigen Vertragslaufzeit über die von ihm garantierte Energiekostensenkung von 71.778 Euro jährlich. Er setzt folgende aufeinander abgestimmte Energieeffizienz-Maßnahmen um: Alte Öl- und Gaskessel werden ersetzt, die Wärmeversorgung der fünf Gebäude erfolgt fortan teils mit erneuerbaren Energien oder Blockheizkraftwerken (BHKW). Für die Wärme aus erneuerbaren Energien nutzt der „Contractor“ den Zuschuss aus dem Marktanreizprogramm (MAP) für Wärme aus erneuerbaren Energien des BMWi. Zudem werden veraltete Heizungspumpen und -regler ausgetauscht und die Hydraulik optimal eingestellt. Der „Contractor“ ersetzt die alte ineffiziente Beleuchtung durch effiziente LEDs. Für die beiden Gebäude ohne BHKW liefern zukünftig Photovoltaikanlagen umweltschonenden Strom. Zudem wird die Mess- und Steuerungstechnik der Heizungsanlagen automatisiert. Dank der energetischen Sanierung kann die Gemeinde den CO2-Ausstoß um 197 Tonnen jährlich verringern.

Fakten zum Projekt