Bernd Gutmann und Stephan Lehmair, Geschäftsführer des Münchner Beratungsunternehmens GL Energielösungen

Ein digitaler Assistent hilft beim Energiesparen

© GL Energielösungen

Bereits seit einer Weile zerbrachen sich der Mitgründer und Geschäftsführer des Münchner Beratungsunternehmens GL Energielösungen, Stephan Lehmair und sein Geschäftspartner Bernd Gutmann die Köpfe, wie sie im Zeitalter der Digitalisierung die Energieberatung für ihre Kunden verbessern könnten. Denn: „Effizienzberatung liefert nur Momentaufnahmen, die nach einem halben Jahr veraltet sind und eigentlich immer wieder neu ansetzen müsste“, beschreibt Lehmair die Defizite, die ihn und Gutman antrieben, innovative Lösungen zu entwickeln.

Ihr Ansatz: Im Zeitalter der Digitalisierung müssten Monitoringsysteme, Energiemanagement und Energieeffizienzberatung doch auch in einer Lösung für den Kunden zusammenzubringen sein, so überlegten die beiden. „Als wir dann vom Pilotprogramm Einsparzähler erfahren haben, war das der entscheidende Anstoß, unsere Ideen umzusetzen“, sagt Gutmann. Das Beratungsunternehmen bewarben sich um eine Teilnahme am Pilotprogramm.

Ob Logistikhalle oder Sportstätte: Algorithmen verbessern die Energieeffizienz

Mit der Zusage eines Zuschusses von knapp 1,2 Millionen Euro durch das Pilotprogramm Einsparzähler des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) konnten die Münchner einen Einsparzähler-Prototyp entwickeln. Er sieht wie ein kleines schlichtes Kästchen aus, birgt aber komplexe, digitale Energiedienstleistungen: Er bietet eine IT-basierte Systemlösung, die Daten zum Energieverbrauch und den Betriebsbedingungen von Beleuchtungs- und Lüftungsanlagen in Echtzeit kontinuierlich sammelt, analysiert, visualisiert und bewertet. Anhand dieser Daten wird über Algorithmen ein optimierter Betrieb der Anlagentechnik simuliert. Dieser simulierte Energiebedarf wird mit dem tatsächlich gemessenen Energieverbrauch verglichen. Ob Logistikhallen, Bürokomplexe, Verkaufsflächen, Verwaltungsgebäude oder Sportstätten – die Energiefresser im Betrieb werden so leicht erkannt.

Erste Betriebe testen den Prototyp fürs digitale Energiemanagement

Die Nutzer erhalten zudem Empfehlungen für wirtschaftlich rentable Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs. Die Effizienzpotenziale sind enorm: „Unsere Erfahrungswerte zeigen, dass sich der Verbrauch bei Beleuchtungssystemen um 60 bis 70 Prozent reduzieren lässt. Bei Ventilatorsystemen von Lüftungsanlagen sind zwischen 25 und 75 Prozent Energieeinsparung möglich“, so Lehmair. Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: „Einsparzähler werden der digitale Assistent für das Energiemanagement der Zukunft sein und die Energieeffizienz im Unternehmen kontinuierlich steigern.“ 2018 wird der Prototyp erstmals im Feldversuch bei ausgewählten Unternehmen eingesetzt und getestet werden.

Fakten zum Projekt

  • Energieeffizienzmaßnahme:
    Entwicklung eines Prototyps für einen Einsparzähler zur digital assistierten Effizienzsteigerung
  • Investition:
    ca. 4 Mio.
  • Förderung:
    Zuschuss von knapp 1,2 Mio. € über das Pilotprogramm Einsparzähler