Hamburger Stadtviertel Hafencity

Leuchtturm in der Hafencity: Abwärme versorgt ganzen Stadtteil

© enercity Contracting Nord GmbH/Michael Lange

Als einer der weltweit größten Kupferproduzenten hat die Aurubis AG aus Hamburg so viel von CO2-freier Abwärme abzugeben, dass damit ein ganzer Stadtteil beheizt werden kann. Bei der Kupferproduktion fällt unvermeidbar Wärme an – dafür sorgen exotherme Prozesse, zum Beispiel, wenn Schwefeldioxid zu Schwefelsäure umgewandelt wird – ein Nebenprodukt, das bei der Kupferschmelze anfällt. Dieser Prozess muss zusätzlich gekühlt werden, entweder mit Elbwasser oder mit einem Kühlturm. Das geht auch effizienter.

Die Bewohner der Hafencity Ost bekommen CO2-freie Wärme ins Haus

„Die größte Herausforderung beim Umstellungsprozess ist, dass wir den Schwefelsäureprozess bei einer höheren Temperatur laufen lassen, damit die Abwärme ein für die Fernwärmeversorgung notwendiges Temperaturniveau ohne den Einsatz fossiler Energieträger erreichen kann“, erklärt Christian Hein, Director Corporate Energy & Climate Affairs bei Aurubis. „Die Kontaktanlage, in der wir Schwefeldioxid zu Schwefelsäure umwandeln, ist für dieses Niveau heute nicht ausgelegt. Sie würde zu schnell korrodieren.“ Durch prozesstechnische Änderungen, den Austausch von Anlagenteilen und der Steuerungsoptimierung werden die Voraussetzungen geschaffen, um insgesamt 160.000 MWh Abwärme zu nutzen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wärmebedarf von rund 8.000 Vier-Personen-Haushalten. 25 Prozent wird Aurubis selbst nutzen, aber der Großteil wird zu Fernwärme. Rund 20.000 Tonnen CO2 werden jährlich eingespart.

„Die Förderung durch das Abwärmeprogramm war für uns elementar“

Die enercity Contracting Nord übernimmt den Weitertransport von der Werksgrenze zur Hafencity und baut dafür eine neue Fernwärmetrasse und eine Energiezentrale. Aurubis wurde mit seiner vorbildlichen Energieeffizienz bei der Wärmerückgewinnung von der Deutschen Energie-Agentur (dena) zu einem von zehn Leuchttürmen in Deutschland für energieeffiziente Abwärmenutzung erklärt.

„Die Förderung durch das Abwärmeprogramm war für uns sowie für enercity elementar“, betont Christian Hein. „30 Prozent sind eine sehr gute Förderquote, dennoch ist ein solches Projekt immer auch eine unternehmerische Entscheidung. Unter normalen wirtschaftlichen Anforderungen bezüglich der Amortisationszeit würden wir das Projekt nicht durchführen.“

Fakten zum Projekt

  • Energieeffizienzmaßnahmen:
    Abwärmenutzung durch technische Änderungen der Produktionsprozesse sowohl für Kupferproduktion und als Fernwärme für Stadtteil
  • Investition:
    17 Mio. €

  • Förderung:
    „KfW-Energieeffizienzprogramm Abwärme (294)“, 5 Mio.