Zu alt geworden?

Ist Ihr Kühlschrank mehr als 10 Jahre alt? Dann sollten Sie über einen Neukauf nachdenken. Zum einen sind ältere Geräte oft weniger energieeffizient. Prüfen Sie daher die Energieeffizienzklasse. Zum anderen wird die Dämmung und Dichtung des Kühlgerätes mit den Jahren immer schlechter. Spätestens, wenn bei einem älteren Gerät eine größere Reparatur ansteht, sollte ein Kühlschrank ausgetauscht werden, wenn er 10 Jahre und älter ist.

Nicht mehr ganz dicht?

Ist der Dichtungsgummi porös, dann steigt der Stromverbrauch Ihres Kühl- und/oder Gefriergeräts erheblich. Poröse Stellen können Sie mit bloßem Auge erkennen. Hier ein Trick: Legen Sie eine eingeschaltete Taschenlampe in den Kühlschrank und schließen Sie die Kühlschranktür. Wenn Licht hindurchschimmert, ist der Dichtungsgummi porös.
Natürlich haben Sie die Möglichkeit, die Kühlschrank-Dichtung auszutauschen. Wenn der Kühlschrank eine schlechte Energieeffizienzklasse hat (Klasse A und schlechter), lohnt es aber, direkt ein neues Gerät zu kaufen.

Hat er genug Klasse?

Neue Kühl- und Gefriergeräte sind nur noch in den Energieklassen A+ bis A+++ verfügbar. Ältere Geräte haben schon mal die Energieklasse B, C oder sogar D. Hat Ihr Kühlschrank eine Energieklasse von A oder schlechter, rechnet sich ein neuer Kühlschrank auf jeden Fall. Außerdem gilt: Je größer der Kühlschrank, desto eher rechnet sich der Austausch.
Hier ein Rechenbeispiel, anhand einer Kühl- und Gefrierkombination mit 270 Litern Nutzinhalt:

Altgerät (14 Jahre alt), Energieklasse BModernes Gerät, Energieklasse A+++
Stromverbrauch pro Jahr: 400 Kilowattstunden (kWh)
Stromkosten pro Jahr: 116 Euro
Stromverbrauch pro Jahr: 155 Kilowattstunden (kWh)
Stromkosten pro Jahr: 45 Euro

--> jährliche Ersparnis mit einem Neugerät: 71 Euro

Die Größe ist entscheidend!

In Ihrem Kühlschrank herrscht meistens gähnende Leere? Dann macht es Sinn, das Gerät gegen ein kleineres auszutauschen – denn der Stromverbrauch von kleineren Geräten ist deutlich niedriger.
Außerdem verbraucht ein gut gefüllter Kühlschrank weniger Strom als ein leeres Gerät. Woran das liegt? Jedes Mal, wenn der Kühlschrank geöffnet wird, entweicht kalte Luft und warme Luft strömt hinein. Nach dem Schließen des Kühlschranks muss diese warme Luft heruntergekühlt werden und der Stromverbrauch beim Kühlschrank steigt. In einem leeren Kühlschrank ist nun mal mehr Luft als in einem vollen Kühlschrank. Daher muss beim leeren Kühlschrank mehr Luft nachgekühlt werden.

Wenn Sie also festgestellt haben, dass Ihr Kühlschrank zu groß ist (beispielsweise weil die Kinder ausgezogen sind und Sie dementsprechend weniger Lebensmittel kaufen), dann sollten Sie ein kleineres Gerät kaufen. Die passende Größe können Sie aufgrund der Anzahl der Personen berechnen, die den Kühlschrank nutzen. Mehr dazu finden Sie in unserer Checkliste für den Kühlschrank-Kauf.

Zu hoher Stromverbrauch? Stecken und checken!

Der Stromverbrauch ist ein besonders wichtiger Indikator, um herauszufinden, ob ein Gerät ausgetauscht werden sollte. Auf dem Energielabel ist der Jahresverbrauch des Geräts in Kilowattstunden (kWh/annum) angegeben. Dieser Wert ist aber natürlich nur ein unter Testbedingungen errechneter, durchschnittlicher Verbrauchswert. Je nach Nutzung und Alter des Geräts kann der reale Stromverbrauch vom angegebenen Wert stark abweichen.

Sie können den realen Stromverbrauch Ihres Kühlgeräts herausfinden. Am besten leihen Sie sich hierfür ein Strommessgerät bei Ihrer Verbraucherzentrale, den Stadtwerken oder einer lokalen Energieberatungsstelle. Alternativ können Sie das Gerät auch im Baumarkt kaufen.

Das Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Stecker des Kühlgeräts gesteckt und misst dann die benötigten Kilowattstunden und (je nach Gerät) auch die entstandenen Stromkosten. Nach ein paar Tagen Messung kann man dann den Jahresverbrauch berechnen (z.B. bei zwei Tagen Messung: Stromverbrauch für 2 Tage multiplizieren mit 182,5 = Jahresstromverbrauch).

Doch woher wissen Sie nun, ob der Verbrauch Ihrer Kühl-/Gefrierkombination zu hoch ist? Als Faustformel gilt: Bei einem 1-Personen-Haushalt reicht ein kleiner Kühlschrank mit ca. 120 Litern Nutzinhalt aus, daher sollte ein Verbrauch von 250 Kilowattstunden pro Jahr nicht überschritten werden; bei einem 4 Personenhaushalt mit einem Kühlschrank mit 250 Litern sollten es nicht mehr als 375 Kilowattstunden pro Jahr sein.

Darf’s etwas mehr sein?

Eiswürfelbereiter, Superkühlfunktion, No-Frost-Funktion – neue Kühlgeräte haben oft zahlreiche Extras. Lohnt es sich, hierfür ein neues Gerät zu kaufen? Besser nicht. Denn viele dieser Funktionen fressen zusätzlichen Strom. Wirklich sinnvoll mit Blick auf den Stromverbrauch sind nur wenige Sonderfunktionen – zum Beispiel eine außen ablesbare, gradgenaue Temperaturskala oder ein Warnsignal bei zu hohen Temperaturen oder geöffneter Tür. Falls Ihr Kühlschrank nicht über diese Funktionen verfügt, ist auch das für sich genommen bestimmt kein Grund für einen Neukauf. Es macht aber Sinn, auf diese Funktionen zu achten, wenn Sie sowieso ein neues Gerät kaufen wollen.