Sanierung

Kurz erklärt: steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierung im Eigenheim

Einleitung

In den eigenen vier Wänden gibt es immer etwas zu tun. Die gute Nachricht: Für Wärmedämmung, den Fensteraustausch oder auch eine neue Heizung gibt es jetzt steuerliche Förderung. Eigenheim-Besitzerinnen und -Besitzer können sich hier einen Überblick verschaffen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden folgende Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung:

  • Wärmedämmung von Wänden
  • Wärmedämmung von Dachflächen
  • Wärmedämmung von Geschossdecken
  • Erneuerung von Fenstern oder Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Darüber hinaus wird die energetische Baubegleitung und Fachplanung steuerlich gefördert.

Wie hoch ist die steuerliche Förderung?

Bei Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung sind 20 Prozent der Aufwendungen (max. 40.000 Euro pro Wohnobjekt), verteilt über drei Jahre, steuerlich abzugsfähig.

Bei der energetischen Baubegleitung und Fachplanung sind abweichend davon 50 Prozent der anfallenden Kosten abzugsfähig. Fachlich qualifizierte Energieberater für die Planung und Baubegleitung energetischer Gebäudesanierung finden Sie deutschlandweit u. a. unter www.energie-effizienz-experten.de.

Der Abzug erfolgt von der individuellen Steuerschuld, so dass eine Vielzahl von Wohneigentümerinnen und -eigentümern die steuerliche Förderung in Anspruch nehmen können.

Wer profitiert von der Förderung für energetische Gebäudesanierung?

Die steuerliche Förderung gilt Besitzerinnen und Besitzern von Eigenheimen – also Bürgerinnen und Bürger, die energetische Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum vornehmen.

Die Wohnung bzw. das Wohngebäude müssen bei Beginn der Maßnahme mindestens zehn Jahre alt sein.

Ab wann gilt die steuerliche Förderung für die Sanierung von Eigenheimen?

Die steuerliche Förderung trat zum 1.1.2020 in Kraft und kann deshalb bereits mit der Einkommensteuerklärung für 2020 im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Wie läuft das Verfahren?

Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung wird als Teil der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt geltend gemacht. Eine vorherige Antragstellung ist deshalb nicht erforderlich.

Die Durchführung einer Maßnahme zur energetischen Gebäudesanierung muss eine Bescheinigung des Fachunternehmens oder ein Energieberater (eine Person mit Ausstellungsberechtigung nach § 21 Energieeinsparverordnung) bestätigen. Für die Bescheinigung ist ein amtliches Muster zu verwenden, das der Einkommenssteuererklärung beigefügt werden muss. Diese Musterbescheinigung wird derzeit durch das Bundesministerium der Finanzen vorbereitet und schnellstmöglich zur Verfügung stehen.

Wer kann die Fachunternehmensbescheinigung ausstellen?

Zur Ausstellung der Bescheinigung des Fachunternehmens sind Handwerks-Meisterbetriebe oder Handwerksbetriebe mit einem Inhaber vergleichbarer Qualifikation berechtigt, die im Bereich der Gebäudesanierung tätig sind. Im Einzelnen sind dies Betriebe in den nachfolgenden Tätigkeitsbereichen, die grundsätzlich einen Meistertitel voraussetzen:

  • Mauer- und Betonbauarbeiten
  • Stukkateurarbeiten
  • Maler- und Lackierungsarbeiten
  • Zimmer-, Tischler- und Schreinerarbeiten
  • Wärme-, Kälte- und Steinbildhauarbeiten
  • Brunnenbauarbeiten
  • Dachdeckerarbeiten
  • Sanitär- und Klempnerarbeiten
  • Glasarbeiten
  • Heizungsbau- und -installation
  • Kälteanlagenbau
  • Elektrotechnik- und -installation
  • Metallbau.

Die durchgeführte Maßnahme zur energetischen Gebäudesanierung muss dabei zum Gewerk des ausführenden Unternehmens zählen.

Daneben kann ein Energieberater (eine Person mit der Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen nach § 21 Energieeinsparverordnung) die Bescheinigung des Fachunternehmens ausstellen. Der bzw. die Berechtigte muss durch den ausführenden Fachbetrieb oder die Bauherrin/den Bauherrn selbst mit der planerischen Begleitung oder Beaufsichtigung der Sanierungsmaßnahme beauftragt worden sein.

Auch in diesem Fall muss es sich bei dem Fachbetrieb, der die energetische Gebäudesanierung ausführt, um einen Meisterbetrieb bzw. einen Betrieb mit einem Inhaber vergleichbarer Qualifikation aus den oben aufgelisteten Tätigkeitsbereichen handeln.

Welche Alternativen zur steuerlichen Förderung gibt es?

Alternativ zur steuerlichen Förderung können die Besitzerinnen und Besitzer von Eigenheimen Gebäudeförderprogramme der KfW oder des BAFA nutzen.

Eine Kumulierung der steuerlichen Förderung mit anderen Förderprogrammen des Bundes ist nicht möglich.

Soll eine qualifizierte Energieberatung vorab erfolgen, steht dafür die Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ zur Verfügung.

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