1. Allgemeines

Das Ziel eines Energiemanagement-Systems ist es, Energieverbrauch und Energiekosten innerhalb Ihres Unternehmens transparent zu machen. Diese Informationsgrundlage hilft Ihnen dabei, die Energiekosten in Ihrem Unternehmen zu senken, indem Sie etwa mit den besonders kostengünstigen Energieeffizienz-Maßnahmen beginnen. Diese rechnen sich oft schon binnen weniger Monate oder Jahre.

Energiemanagement umfasst dabei alle Maßnahmen, die geplant und durchgeführt werden, um bei gleicher Leistung einen minimalen Energieeinsatz sicherzustellen. Mit einem Energiemanagement-System nehmen Sie also Einfluss auf betriebliche Abläufe, um den Gesamtenergieverbrauch Ihres Unternehmens zu senken und die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.

Bei einem Energieaudit erfasst eine Expertin oder ein Experte alle für den Energieverbrauch Ihres Unternehmens relevanten Informationen und Daten. Anschließend begeht die Expertin oder der Experte Ihren Betrieb, um den Energieeinsatz zu evaluieren und Arbeitsabläufe, das Nutzerverhalten und ihren Einfluss auf den Energieverbrauch zu untersuchen. Der abschließende Energieaudit-Bericht enthält neben der Dokumentation der Energieberatung eine Liste mit Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie Empfehlungen und Pläne zur Umsetzung von geeigneten Energieeffizienz-Maßnahmen.

Qualifizierte Personen, die ein Energieaudit durchführen, finden Sie hier.

Gemeinsam mit anderen Unternehmen und Betrieben einer Region oder Branche tauschen sich die Teilnehmenden eines Netzwerks darüber aus, mit welchen Maßnahmen und Technologien sie ihre individuelle Energieeffizienz verbessern und ihre CO₂-Emissionen reduzieren können. Dabei werden sie von fachkundigen Energieberatungen unterstützt. Es hat sich gezeigt, dass Unternehmen von diesem Lernprozess erheblich profitieren und ihren Energieeffizienz-Fortschritt im Vergleich zum Durchschnitt der Industrie verdoppeln können. Die Bundesregierung arbeitet – gemeinsam mit 21 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft – daran, 300 bis 350 Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke bis zum Jahr 2025 zu initiieren. Mehr

Mindestens fünf gute Gründe sprechen für Ihre unternehmerische Energiewende:

  • Kosten senken, Wirtschaftlichkeit steigern: Indem Sie weniger Energie für Heizung, Warmwasser und elektrische Anlagen verbrauchen, senken Sie Ihre Energiekosten und steigern die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens.
  • Kundenbindung stärken: Wer energiebewusst handelt, wird positiv wahrgenommen. Werden Sie Energieeffizienz-Vorreiter und stärken Sie so Ihre Kundenbeziehungen und Ihre Stellung im Wettbewerb.
  • Unabhängigkeit erhöhen: Indem Sie auf erneuerbare Energien setzen oder bei der Produktion anfallende Wärme bzw. Kälte nutzen, machen Sie sich unabhängig von schwankenden Preisen für fossile Energieträger.
  • Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern: Effizienz-Maßnahmen halten Büros und Produktionshallen das ganze Jahr über wohltemperiert und gut belüftet. So steigt der Komfort am Arbeitsplatz – und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
  • Klima und Umwelt schützen: Indem Sie Energie sparen, senken Sie Ihre CO₂-Emissionen – und schonen so Umwelt und Klima.

Ob modernes Heizsystem, energieeffiziente Beleuchtung oder Fassadendämmung: Die Investitionen in eine energieeffizientere Zukunft müssen Sie nicht allein schultern. Denn das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt Sie mit drei attraktiven Förderangeboten:

  1. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt Sie bei der qualifizierten Energieberatung mit der „Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme“ (EBN). Mehr lesen Sie hier.
  2. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt Sie mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) dabei, Ihre energieeffiziente Sanierung, Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden oder Ihren Neubau zu finanzieren. Je nach erreichter Effizienzgebäude-Stufe erhalten Sie einen Zuschuss oder einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss von bis zu 50 Prozent des Kreditbetrags. Mehr lesen Sie hier.
  3. Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energien umrüsten, können den Bau von größeren Anlagen ab 100kW Leistung mit einem KfW-Darlehen mit attraktiven Tilgungszuschüssen finanzieren. Mehr lesen sie hier.

Ja. Zur Förderung hocheffizienter Querschnittstechnologien: Erfahren Sie hier mehr.

Für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Nicht-KMU, die unter die Bagatellgrenze des Energiedienstleistungsgesetz (EDL-Gesetz) fallen, wird zur Unterstützung von Energieberatung und Energieaudits die „Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme“ (EBN) angeboten. Diese ist in drei Module unterteilt.

Modul 1: Energieaudit DIN EN 16247
Im Rahmen dieses Moduls werden Energieaudits gefördert, die den wesentlichen Anforderungen an ein Energieaudit im Sinne von § 8a des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) und insbesondere den Anforderungen der DIN EN 16247 entsprechen.

Förderanteil: max. 80 Prozent der förderfähigen Kosten, max. 6.000 Euro bzw. 1.200 Euro bei KMU, deren Energiekosten jährlich bei weniger als 10.000 Euro liegen.

Modul 2: Energieberatung DIN V 18599
Gefördert werden Energieberatungen für Nichtwohngebäude im Bestand und im Neubau, die es ermöglichen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien in den Planungs- und Entscheidungsprozess einzubeziehen und damit die Effizienzpotentiale zum individuell günstigsten Zeitpunkt auszuschöpfen.

Förderanteil: max. 80 Prozent der förderfähigen Kosten, max. 8.000 Euro

Modul 3: Contracting-Orientierungsberatung
Eine in diesem Modul geförderte Contracting-Orientierungsberatung zielt auf ein Contracting-Modell mit vertraglicher Einspargarantie.

Förderanteil: max. 80 Prozent der förderfähigen Kosten, max. 10.000 Euro

Das Förderprogramm kann auch von Kommunen, kommunalen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen in Anspruch genommen werden.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Sie haben sich entschieden: Ihr Unternehmen soll moderner werden. Arbeitet die Heizanlage effizient? Macht es Sinn, bei der Beleuchtung auf LED zu setzen? Wie kann der Produktionsprozess energieeffizienter werden? Wie können wir Abwärme nutzen? Lohnt es sich, Prozesswärme mit erneuerbaren Energien zu erzeugen? Welche Einsparungen ermöglicht ein Energiemanagement-System? Um solche Fragen zu klären, starten Sie die Energiewende in Ihrem Unternehmen am besten mit einer persönlichen Energieberatung. Qualifizierte Energieberatungen in Ihrer Nähe finden Sie schnell und einfach hier.

Extratipp: Wenn Sie die „Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme“ (EBN) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz nutzen, können Sie sich 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten – maximal 8.000 Euro – als Zuschuss sichern.

Aus eins mach zwei – das ist das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung: Ein Blockheizkraftwerk erzeugt Strom – und die dabei entstehende Wärme wird gleich mitgenutzt. Die Ausbeute ist dadurch besonders hoch, bis zu 90 Prozent Wirkungsgrad sind möglich. Fast alles, was Sie an Energie hereinstecken, zum Beispiel in Form von Erdgas, wird also entweder in elektrische oder thermische Energie umgewandelt und genutzt. Die Verluste sind minimal. Das hat nicht nur ökonomische Vorteile. Es rechnet sich auch für die Umwelt und das Klima, schließlich werden Ressourcen geschont und CO₂-Emissionen reduziert.

2. Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft - Zuschuss und Kredit (EEW)

Mit der Erweiterung des Programms zur „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ wird das bestehende Förderangebot für Industrie und Gewerbe u. a. um den Bereich Ressourceneffizienz erweitert und nutzergerecht optimiert. Durch den neuen Fördergegenstand Ressourceneffizienz und verbesserte Förderbedingungen für Abwärme-, Elektrifizierungs-, Stromeffizienz- und Transformationsprojekte sollen die zur Erreichung der Klimaschutz- und Energieeffizienzziele dringend erforderlichen Investitionen kosteneffizient und effektiv gefördert werden.

Außerdem werden durch die Anpassung des KMU-Förderdeckels attraktivere Förderbedingungen für KMU geschaffen. Die Fördervoraussetzungen in Modul 3 werden ebenfalls erleichtert, um die Digitalisierung im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz voranzubringen.

Es werden zwei neue Fördergegenstände, Ressourceneffizienz und Transformationskonzepte, eingeführt, was auch im Titel des Förderprogramms sichtbar wird: Es wird in „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ umbenannt.

In den Fördermodulen 2 bis 4 erhöht sich der maximale Förderbetrag pro Vorhaben von 10 auf 15 Mio. € und KMU können nun maximal 900 €/tCO₂ statt 700 €/tCO₂ in Modul 4 erhalten.

Im Modul 3 ist das Energie- oder Umweltmanagementsystem keine Voraussetzung mehr für die Förderung.

In Modul 4 erhöht sich die Mindestamortisationszeit geförderter Maßnahmen auf 3 Jahre. Zudem wird die Förderquote für die Erschließung von Abwärmequellen zur außerbetrieblichen Nutzung um 10 Prozentpunkte erhöht.

Beim Förderwettbewerb wird der maximale Förderbetrag pro Vorhaben von 5 auf 10 Mio. € und die maximale Förderquote von 50 auf 60 Prozent erhöht. Zudem gilt ein zweistufiges Antragsverfahren (Stufe 1: Skizzeneinreichung, Stufe 2: Antragstellung nach erfolgreicher Skizzenbewertung).

Durch die Novelle wird ein niedriger CO₂-Faktor für Strom in Elektrifizierungsprojekten und ein hoher CO₂-Faktor für Strom in Stromeinsparprojekten eingeführt. Damit werden beide Projektearten im Strombereich besser gefördert.

In allen Fördermodulen und im Förderwettbewerb gibt es Änderungen.

Die Novellierung tritt im November 2021 in Kraft.

Von der Änderung sind kommunale und private Unternehmen, Freiberufler und Contractoren betroffen.

In Modul 4 des EEW-Zuschuss- und Kredit-Programms werden folgende Ergänzungen zum neuen Fördergegenstand Ressourceneffizienz vorgenommen:

Materialeinsparungen und -wechsel hin zu CO₂-ärmeren Materialien werden gefördert. Dabei können in Modul 4 nur Materialien von der Materialliste berücksichtigt werden. Zu Beginn sind dies ca. 200 Materialien mit dazugehörigen CO₂-Faktoren (basierend auf der Datenbank ProBas vom Umweltbundesamt). Ansonsten bestehen die gleichen Förderbedingungen wie bei Energieeffizienz in Modul 4.

Im EEW-Förderwettbewerb werden folgende Ergänzungen zum neuen Fördergegenstand Ressourceneffizienz vorgenommen:

Materialeinsparungen und -wechsel werden offen gefördert. Im Gegensatz zu Modul 4 können Antragsteller Materialien und CO₂-Faktoren vorschlagen, wenn diese nicht auf der oben genannten Materialliste stehen. Ansonsten bestehen die gleichen Förderbedingungen wie bei Energieeffizienz.

Unternehmen werden bei der Planung und Umsetzung der eigenen Transformation hin zur Treibhausgasneutralität unterstützt, indem sowohl die Erstellung eines Transformationskonzepts (inkl. CO₂-Bilanzierung für Standorte bzw. ganze Unternehmen) finanziell gefördert als auch eine längere Umsetzungsfrist für EEW-Maßnahmen ermöglicht wird. Voraussetzung für eine längere Umsetzungszeit ist, dass die Unternehmen die Verlängerung nachvollziehbar begründen.