Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) führt die bislang separaten Regelwerke zur Gebäudeenergieeffizienz und zur Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien (Energieeinsparungsgesetz, Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) zusammen und vereinheitlicht diese. Es ersetzt die bisherigen Regelwerke und bestimmt die energetischen Anforderungen an Neubauten, an energetische Sanierungen von Bestandsgebäuden und an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden. Damit gilt jetzt ein neues, einheitliches, aufeinander abgestimmtes Regelwerk für Gebäudeenergieeffizienz und die Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien.

Das Gebäudeenergiegesetz ist am 1.11.2020 in Kraft getreten. Es gilt für Bauvorhaben, für die ab diesem Datum der Bauantrag oder der Antrag auf Zustimmung gestellt wird oder die Bauanzeige erfolgt. Bei nicht genehmigungsbedürftigen Bauvorhaben, die der zuständigen Behörde zur Kenntnis zu geben sind, zählt der Zeitpunkt der Kenntnisnahme bei der zuständigen Behörde, für sonstige nicht genehmigungsbedürftige Vorhaben der Zeitpunkt des Baubeginns.

Für Energieausweise, die für bestehende Gebäude auszustellen sind, sind noch bis zum 1.5.2021 die Vorschriften der Energieeinsparverordnung anzuwenden.

Das Gebäudeenergiegesetz führt die aktuellen energetischen Anforderungen für Neubauten und Sanierungen unverändert fort. Es gibt keine Verschärfungen. Die Beschreibung des Referenzgebäude ändert sich nur minimal. Das Bewertungsverfahren wurde jedoch aktualisiert und verbessert.

Gasförmige Biomasse (Biogas oder Biomethan) und erneuerbarer Strom (z.B. aus einer PV-Anlage) können mit dem GEG deutlich besser in der energetischen Bewertung von Gebäuden berücksichtigt werden. Die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien im Neubau kann nun auch über erneuerbaren Strom erfüllt werden.

Neu ist zudem die Einführung einer Innovationsklausel, die bis 2023 die Erprobung eines alternativen, auf die Begrenzung der Treibhausgasemissionen ausgerichteten Anforderungssystems, soweit die Gleichwertigkeit der Anforderungen gegeben ist, und bis 2025 die Erprobung von Quartierslösungen bei der Sanierung im Gebäudebestand ermöglicht.

Zudem werden die im Klimapaket der Bundesregierung beschlossenen obligatorischen Energieberatungen und die Einschränkung des Einbaus ein Verbot von Öl- und Kohleheizungen ab dem Jahr 2026 mit dem GEG umgesetzt.

Das Gebäudeenergiegesetz betrifft alle, die Gebäude errichten oder energetisch sanieren wollen. Es betrifft zudem alle, die in der Beratung, Planung oder Ausführung an solchen Bauvorhaben beteiligt sind oder die Energieausweise ausstellen.