1. Steuerliche Förderung

Gefördert werden folgende Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung:

  • Wärmedämmung von Wänden
  • Wärmedämmung von Dachflächen
  • Wärmedämmung von Geschossdecken
  • Erneuerung von Fenstern oder Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Für diese Maßnahmen gelten bestimmte technische Mindestanforderungen, die in einer begleitenden Rechtsverordnung zur steuerlichen Förderung festgeschrieben sind.

Darüber hinaus wird die energetische Baubegleitung und Fachplanung steuerlich gefördert.

20 Prozent (maximal 40.000 Euro) der Aufwendungen für die energetische Gebäudesanierung sind pro Wohnobjekt steuerlich abzugsfähig. Der Steuerabzug erfolgt über drei Jahre: Im ersten und zweiten Jahr in Höhe von maximal 7 Prozent (jeweils bis 14.000 Euro), im dritten Jahr maximal 6 Prozent (bis 12.000 Euro).

Insgesamt sind Sanierungskosten in Höhe von 200.000 Euro je Haus oder Wohnung förderfähig. Die energetische Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 Prozent der Kosten bezuschusst. Mehr

Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer, die ihr selbst genutztes Wohneigentum energetisch sanieren. Voraussetzung ist, dass die Wohnung oder das Wohngebäude mindestens zehn Jahre alt ist.

Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen trat zum 1. Januar 2020 in Kraft. Sie kann bereits bei der Einkommensteuerklärung für 2020 geltend gemacht werden.

Die Förderung können Sie bei Ihrer Einkommensteuererklärung beim Finanzamt geltend machen. Eine vorherige Antragstellung ist nicht erforderlich.

Bedingung ist, dass eine Energieberaterin, ein Energieberater oder ein Fachunternehmen die Durchführung der Maßnahme bestätigt hat. Ausstellungsberechtigt sind Personen nach § 21 der Energieeinsparverordnung.

Das Bundesfinanzministerium arbeitet derzeit ein amtliches Muster für die Bescheinigung aus, das zukünftig der Einkommensteuererklärung beigefügt werden muss. Sanierungsmaßnahmen können bereits vor der Veröffentlichung dieses amtlichen Musters durchgeführt werden. Das ausführende Fachunternehmen, die Energieberaterin oder der Energieberater müssen die Ausstellung der Bescheinigung in diesem Fall spätestens bis zur Einreichung der Steuererklärung nachholen.

Berechtigt sind Handwerks-Meisterbetriebe und Handwerksbetriebe mit vergleichbarer Qualifikation in der Gebäudesanierung. Dazu zählen ausschließlich Betriebe in folgenden Bereichen, die grundsätzlich einen Meistertitel voraussetzen:

  • Mauer- und Betonbauarbeiten
  • Stukkateurarbeiten
  • Maler- und Lackierungsarbeiten
  • Zimmerer-, Tischler- und Schreinerarbeiten
  • Wärme-, Kälte- und Steinbildhauarbeiten
  • Brunnenbauarbeiten
  • Dachdeckerarbeiten
  • Sanitär- und Klempnerarbeiten
  • Glasarbeiten
  • Heizungsbau- und -installation
  • Kälteanlagenbau
  • Elektrotechnik- und -installation
  • Metallbau

Die durchgeführte Maßnahme muss zum Gewerk des ausführenden Unternehmens zählen.

Darüber hinaus dürfen Energieberaterinnen und Energieberater (Personen mit der Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen nach § 21 Energieeinsparverordnung) die Bescheinigung ausstellen. Bedingung ist, dass die oder der Berechtigte von dem ausführenden Fachbetrieb, der Bauherrin oder dem Bauherrn selbst mit der planerischen Begleitung oder Beaufsichtigung der Maßnahme beauftragt wurde. Der ausführende Fachbetrieb muss ein Meisterbetrieb oder ein Betrieb mit vergleichbarer Qualifikation in den oben aufgelisteten Tätigkeitsbereichen sein.

Alternativ zur steuerlichen Förderung können Sie von den Gebäudeförderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren. Zinsverbilligte Förderdarlehen mit Tilgungszuschuss können Sie über das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren (151/152)“ beantragen.

Investitionszuschüsse erhalten Sie in folgenden Programmen:

  • KfW-Programmlinie „Energieeffizient Sanieren“ (430)
  • Marktanreizprogramm „Wärme aus erneuerbaren Energien“ des BAFA
  • Heizungsoptimierungsprogramm des BAFA

Weitere Informationen finden Sie hier.

Eine steuerliche Förderung kann nicht mit anderen Förderprogrammen des Bundes kombiniert werden. Ausnahme: Einen Zuschuss für eine qualifizierte Energieberatung vorab können Sie über das Bundesförderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ beantragen.

2. Energieberatung

Die „Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW), ein Förderprogramm des BMWi, administriert durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), fördert die Erstellung eines Sanierungskonzepts z. B. in Form eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) mit konkreten Modernisierungsempfehlungen zur Verbesserung des energetischen Niveaus eines Gebäudes. Die Energieberatung für Wohngebäude können Eigentümerinnen und Eigentümer von selbstgenutzten oder vermieteten Wohnimmobilien, Mieter und Pächter, Wohnungseigentümergemeinschaften und Nießbrauchberechtigte in Anspruch nehmen.

Fördersatz: 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch 1.300 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und 1.700 Euro für Mehrfamilienhäuser.

Sie wollen sich erst einen Überblick verschaffen? Bei der Verbraucherzentrale (vzbv) erhalten Sie für Ihr Gebäude einen Energie-Check mit einer kurzen Zusammenfassung. Dank der Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium kostet diese Beratung lediglich 30 Euro. www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Sie wollen sichergehen, dass alle Effizienzmaßnahmen ordnungsgemäß durchgeführt werden, Sie letztlich die gewünschte Einsparung erzielen und somit lange Freude an Ihrem sanierten Zuhause haben? Dann sollten Sie von Anfang an auf die Unterstützung eines Energieeffizienz-Experten setzen. Qualifizierte Energieberater finden Sie schnell und einfach hier.

Alles aus einer Hand – das leisten Energieeffizienz-Experten:

  • Analyse der energetischen Schwachstellen und Erstellen eines maßgeschneiderten Sanierungskonzepts
  • Planung der Sanierungsmaßnahmen
  • Beratung zur Förderfähigkeit der geplanten Sanierungsmaßnahmen
  • Begleitung der Baumaßnahmen
  • Erstellen der nötigen Unterlagen für das Beantragen von KfW-Fördermitteln

Und das Beste: Seit dem 1. Dezember 2017 ist es unerheblich, aus welcher Branche Ihr Fachmann kommt – solange er die hohen Anforderungen an qualifizierte Energieberater erfüllt. Konkret heißt das: Sie können Ihren qualifizierten Energieberater aus einem deutlich größeren Angebot wählen und gegebenenfalls auf Ihre bestehenden Kontakte (z. B. zum Handwerker) zurückgreifen.

Der erste Schritt bei einer geplanten energetischen Sanierung ist die Suche und Beauftragung einer Energieberaterin bzw. eines Energieberaters. Eine Übersicht fachlich geeigneter Beraterinnen und Berater finden Sie in der Energieeffizienz-Experten-Liste (EEE) für Förderprogramme des Bundes auf www.energie-effizienz-experten.de.

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) stellt den Energieberatungsbericht leicht verständlich und einheitlich für den Ratsuchenden dar. Hierbei sollen auch individuelle Bedürfnisse wie die Lebenssituation der Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer und individuelle Interessen im Hinblick auf Komfort und Behaglichkeit berücksichtigt werden. Die iSFP-Methodik unterstützt die Energieberaterinnen / Energieberater bei der Erarbeitung von Konzepten für die Schritt-für-Schritt-Sanierung und die Komplettsanierung von Wohngebäuden. Neben Energieeinsparpotenzialen und den Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien werden auch die dafür notwendigen Investitionskosten abgeschätzt, sowie die voraussichtlichen Energiekosten und CO2-Einsparungen ausgewiesen.

Im Rahmen der „Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW) ist die Erstellung des iSFP förderfähig.

Wer heute ein Wohnhaus mietet oder kauft, bekommt energietechnisch nicht mehr die Katze im Sack: Ein Energieausweis informiert wie ein Steckbrief über die energetische Qualität eines Objekts. Zwar erlaubt der Energieausweis keine Rückschlüsse auf den genauen Energieverbrauch, doch die Skala des Bandtachos zeigt eindeutig, ob sich ein Haus im roten, gelben oder grünen Bereich befindet. Ausstellungsberechtigt sind unter anderem Architekten, Bauingenieure und Energieberater, ebenso wie Handwerksmeister, etwa Heizungsbauer oder Schornsteinfeger.

Heizungstausch und Label für Heizungsaltanlagen

Zu einem energieeffizienten Haus gehört immer eine effiziente Heizungsanlage, damit Sie nicht unnötig viel Öl oder Gas verbrauchen. Moderne Öl- und Gas-Brennwertkessel sind deutlich sparsamer als ältere Modelle – das macht sich in Ihrem Geldbeutel bemerkbar. Gleichzeitig schonen Sie das Klima: Denn moderne Anlagen produzieren deutlich weniger Treibhausgase.

Noch besser ist es, wenn Sie den Ausstoß von Treibhausgasen komplett vermeiden: indem Sie Ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen. In diesem Fall machen Sie sich komplett unabhängig von Öl und Gas und deren Preisentwicklung.

Je nach Effizienz des Heizkessels können Heizgeräte einen besonders großen Energieverbrauch verursachen. Gerade ältere Heizkessel sind meist ineffizient. Daher versehen Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure und Energieberater ab dem 1. Januar 2016, alle Geräte, die älter als 15 Jahre sind, schrittweise mit dem nationalen Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen. Damit werden Verbraucher über den Effizienzstatus ihres Heizgerätes informiert. Die Kennzeichnung sowie die Information über Energieberatungsangebote und Förderungen sollen die Austauschrate bei alten Heizgeräten erhöhen und Verbrauchern das Energiesparen erleichtern.

Eine Aufwandsentschädigung von 8 Euro (zzgl. MWSt) erhalten nur die verpflichteten Akteure (bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger). Die Antragsstellung erfolgt online in zwei Schritten:

  1. Vor der ersten Antragsstellung ist eine einmalige Registrierung auf dem Registrierungsportal des BAFA notwendig.
  2. Auf dem Antragsportal des BAFA kann dann nach Login ein Antrag auf Erstattung gestellt werden.

Abgeschlossene Anträge werden laufend ausgezahlt. In der Regel ist das jeweilige Antragsverfahren binnen zwei bis drei Wochen abgeschlossen.

Das hängt davon ab, zu welchem Personenkreis Sie gehören. Das Label anbringen dürfen nur zwei Personenkreise:

  • Die „Berechtigten“ (Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger gemäß Schornsteinfeger-Handwerkgesetz, Gebäudeenergieberater des Handwerks und Energieausweis-Ausstellungsberechtigte nach § 21 Absatz 1 der Energieeinsparverordnung.
  • Die „Verpflichteten“ (bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger)

Berechtigte können die Label beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) beziehen.

Verpflichtete können die Label über ihre regional zuständige Innung beziehen. Dies gilt auch für die Bezirksschornsteinfeger, die nicht Innungsmitglieder sind.

Geht in einem Mehrfamilienhaus mit Gasetagenheizungen in einer Wohnung die Gastherme kaputt und muss ersetzt werden, sind in vielen Fällen auch die Heizungen aller anderen Wohnungen betroffen. Laut einer EU-Regelung dürfen seit September 2015 nur noch effiziente Heizgeräte mit mindestens dem Standard von Brennwerttechnik auf den Markt kommen, um unnötig hohe Energieverbräuche zu verhindern und die Heizkosten für die Verbraucher zu senken. Da Brennwertgeräte aus Sicherheitsgründen nicht zusammen mit den älteren Niedertemperatur-Heizgeräten an einem Schornsteinschacht betrieben werden dürfen, muss eine neue Lösung für das ganze Haus gefunden werden. Betroffen sind raumluftunabhängige Gasetagenheizungen der Installationsart C4, C8 oder B3, die an derselben Abgasanlage betrieben werden. Denn effiziente Brennwertkessel nutzen eine andere Technik, die zu Temperatur- und Druckunterschieden in der Abgasleitung führt.

Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, Wohneigentümergemeinschaften und Immobilienverwalter sollten sich deshalb frühzeitig informieren, ob die Gasetagenheizung in ihren Immobilen betroffen ist und welche Handlungsmöglichkeiten es in ihrem Fall gibt. Nur so können sie rechtzeitig notwendige Vorkehrungen treffen, um die Wärme- und Warmwasserversorgung in allen Wohneinheiten schnell wiederherzustellen.

Weitere Informationen dazu und zu staatlichen Zuschüssen für den Einbau effizienter Heizungsanlagen finden Sie hier.

Einen guten Überblick über alle Handlungsmöglichkeiten im Vorfeld bietet folgender Flyer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung und des Umweltbundesamts: www.bam.de/austausch-gasetagenheizungen.