Bausteine: mit Teamarbeit zum Erfolg

© fotolia.com/chombosan

Was ist das Prinzip der Energieeffizienz-Netzwerke?

Teams sind erfolgreicher als Einzelkämpfer. Das gilt auch beim Energiemanagement. In Energienetzwerken schließen sich mehrere Unternehmen einer Region oder Branche zusammen, um gemeinsam mit Gleichgesinnten ihren Energieverbrauch und die Energiekosten zu senken. Es können sich sowohl große Industrieunternehmen mit zertifiziertem Energiemanagement, Mittelständler oder kleine Handwerksbetriebe ohne Energiemanager zu einem Netzwerk zusammenschließen.

Das Prinzip: Sie lernen von den Erfahrungen anderer Betriebe, profitieren vom Wissensaustausch und finden frische Ideen. Auf diese Weise können die Teilnehmer eines Netzwerks Entscheidungen für Effizienzmaßnahmen auf fundierter Wissensbasis gezielter und sicherer treffen. Sie steigern durch die Kooperation ihre Energieeffizienz doppelt so schnell wie der Durchschnitt der Unternehmen.

Schaubild zeigt die Akteure und Aufgaben in Energieeffizienz-Netzwerken

© BMWi

Welchen Vorteil bringt höhere Energieeffizienz?

Sie rechnet sich für die Unternehmen und für das Klima: Unternehmen, die weniger Energie verbrauchen, drosseln ihre Energiekosten spürbar und steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Energieeffizienzmaßnahmen bringen veraltete Technik im Unternehmen auf den neuesten Stand und steigern den Unternehmenswert. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde muss nicht erzeugt, transportiert und gespeichert werden, verursacht keine CO2-Emissionen und schont das Klima. Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verbrauchten 2015 rund 45 Prozent der Endenergie in Deutschland.

Wie funktionieren Energienetzwerke im Alltag?

In der Regel schließen sich mindestens 5 bis maximal 15 Unternehmen für zwei bis drei Jahre zu einem Netzwerk zusammen. Sie werden durch einen Moderator und qualifizierten Energieberater fachlich begleitet und durch einen Netzwerkträger organisatorisch unterstützt.

Der Energieberater ermittelt für jeden Betrieb den Ist-Zustand des Energieverbrauchs und die Einsparpotenziale. Auf dieser Basis schlägt er Effizienzmaßnahmen vor. Die Einsparziele werden für das Netzwerk zu einem gesamten Energiesparziel für die vereinbarte Laufzeit addiert und an die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeldet, welche im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Netzwerkinitiative bundesweit koordiniert.

In der zweiten Phase beginnt der moderierte Erfahrungsaustausch der Teilnehmer bei regelmäßigen Treffen, sei es in Workshops oder auf Wunsch bei Betriebsbegehungen. Hier gibt es fachlichen Input zu innovativen effizienten Technologien für Produktionsprozesse oder Gebäude. Die Umsetzung der beschlossenen Effizienzmaßnahmen kann nun beginnen.

In der letzten Phase werden die Erfolge des Netzwerks durch ein externes Monitoring überprüft und dokumentiert. Nicht-KMU können ihrer gesetzlichen Pflicht, alle vier Jahre Energieaudits durchzuführen, im Rahmen eines Netzwerks nachkommen.

So finden Sie das passende Effizienz-Netzwerk

Die Initiierung eines entweder regionalen, überregionalen, branchenübergreifenden oder brancheninternen Effizienz-Netzwerks erfolgt über einen Träger, der die Teilnehmer organisatorisch unterstützt, etwa bei der Auswahl des qualifizierten Energieberaters und des Moderators.

In der Regel übernehmen entweder Energieversorger beziehungsweise Energiedienstleister oder die an der Initiative Energie-Effizienz mittlerweile beteiligten 22 Verbände und Organisationen der Wirtschaft als Träger die Gründung von Netzwerken.

Unternehmen, die sich zu einem Netzwerk zusammenschließen wollen, können sich an die dena wenden, die im Auftrag des BMWi die Geschäftsstelle der Initiative betreibt und diese koordiniert.