Im Kasseler Schulzentrum Lichtenberg wurde die Lüftungsanlage optimiert

Kasseler Schulzentrum Lichtenberg

© Landkreis Kassel

Sie sind in vielen Schulen, Hallenbädern oder Verwaltungsgebäuden emsig im Einsatz, um für gute Luft in öffentlichen Gebäuden zu sorgen, in denen viele Menschen aufeinandertreffen: Lüftungs- und Klimaanlagen. Was viele Kommunen nicht wissen: sie sind heimliche „Energiefresser“ und treiben die Stromrechnungen unnötig hoch. Bis zu 50 Prozent des Stromverbrauchs und damit der Stromkosten können Lüftungs- und Klimaanlagen verursachen.

Hier schlummern große Potenziale für eine höhere Energieeffizienz. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt Kommunen, die in die Sanierung ihrer Anlagentechnik investieren, durch zwei Förderprogramme:

  • Das Förderprogramm „Energieberatung für Nichtwohngebäude von Kommunen“ bietet Kommunen einen Zuschuss für den Energieberater in Höhe von bis zu 15.000 Euro.
  • Das KfW-Förderprogramm „IKK-/IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren (217/218 und 220/219) bietet für die Optimierung der Lüftungs- und Klimaanlagen in Nichtwohngebäuden günstige Kredite und Sie bekommen zudem einen Tilgungszuschuss von 5 Prozent, maximal 50 Euro pro Quadratmeter, geschenkt. Wenn Sie Ihr Gebäude komplett zum „KfW-Effizienzhaus“ sanieren, erhöht sich Ihr Tilgungszuschuss sogar auf maximal 17,5 Prozent des zugesagten Kreditbetrags.

Darüber hinaus bezuschusst das Förderprogramm „Kälte- und Klima-Richtlinie“ die Errichtung oder Sanierung von Kälte- oder Klimaanlagen. Durch die optionale Förderung von Kälte- und Wärmespeichern sowie Wärmepumpen und Freikühlern soll die energetische Effizienz des Gesamtsystems verbessert werden.

Raumklima verbessert – Stromkosten halbiert

Kasseler Schulzentrum Lichtenberg: Lüftungsanlage optimiert - Energiekosten mehr als halbiert

Kasseler Schulzentrum Lichtenberg

© Landkreis Kassel

Kommunen, die handeln und ihre Lüftungsanlage optimieren, profitieren von hohen Einsparungen und einem besseren Raumklima. So konnte das Kasseler Schulzentrum Lichtenberg seine jährlichen Energiekosten von 90.548 Euro auf 40.186 Euro mehr als halbieren. Der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß wurden seit der Sanierung um mehr als die Hälfte reduziert. Folgende Effizienzmaßnahmen sind dafür im Zuge einer Sanierung des Schulzentrums umgesetzt worden:

  • Einbau geräuscharmer, dezentraler Lüftungsgeräte in die Fensterfassade
  • Sensoren schalten die Gräte je nach Präsenz ein oder aus und regeln die Luftqualität
  • Integrierte Wärmetauscher gewinnen rund 75 % der Abwärme zurück
  • Einbau energiesparender Ventilatoren
  • Zusätzlich wurden Fenster ausgetauscht und die Fassade saniert

Nahezu jede Klima- und Lüftungsanlage lässt sich verbessern

Bereits einfachste Maßnahmen erzielen oft erhebliche Kosteneinsparungen. Allein durch Optimierungsmaßnahmen, wie z.B. eine Anpassung der Luftvolumenströme und Laufzeiten der Lüftungsanlage an aktuelle Anforderungen, lassen sich in der Regel bereits bis zu 30 Prozent der Energiekosten einsparen.

Weitere erhebliche Potenziale können durch den Einbau bzw. die Nachrüstung effizienterer Komponenten wie beispielsweise eine Lüftungswärmerückgewinnung ausgeschöpft werden. Dadurch können Kommunen ihre Energiekosten sogar bis um die Hälfte reduzieren.

Lassen Sie Ihre Klima- und Lüftungsanlagen vom Energieberater prüfen! Für Anlagen mit einer Kälte-Nennleistung von mehr als 12 kW besteht ohnehin alle 10 Jahre eine gesetzliche Pflicht zur energetischen Inspektion (EnEV §12).

Handeln Sie jetzt – in nur vier Schritten zu höherer Energieeffizienz!

Mit vier einfachen Schritten senken Sie erfolgreich die Kosten Ihrer Klima- und Lüftungsanlagen in Ihrer Kommune:

Schritt 1: Verantwortliche(n) für die Anlage finden

Wer ist zuständig für den Betrieb und die Wartung Ihrer Klima- und Lüftungsanlagen? Ist der oder die Betreffende in der Lage (zeitlich und fachlich) die nächsten drei Schritte durchzuführen? Falls dies nicht der Fall sein sollte, sollten Sie die professionelle Hilfe eines Energieberaters hinzuziehen. Dafür können Sie staatliche Zuschüsse von bis zu 80 % erhalten. Im Rahmen einer Energieberatung werden Ihnen zudem die Potenziale in anderen Bereichen aufgezeigt. Qualifizierte Energieberater finden Sie unter www.machts-effizient.de/expertenliste, Fachleute für die energetische Inspektion auf www.fgk.de und www.btga.de.

Schritt 2: Betriebskosten der Anlagen bestimmen

Bei den Betriebskosten der Lüftungsanlage sind sowohl die Stromkosten für die Lüfter als auch Heizkosten für die Lufterwärmung zu berücksichtigen. Die Betriebskosten können durch Ablesen (wenn separate Zähler vorhanden sind) oder durch überschlägige Berechnungen (z.B. anhand von Luftmengenangaben und/oder punktuellen Messungen) bestimmt werden.

Schritt 3: Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse sollte von unabhängigen Fachleuten wie etwa von entsprechend qualifizierten Energieberatern oder Inspekteuren durchgeführt werden. Bei den entsprechenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen der möglichen Effizienzmaßnahmen sollten die umfangreichen staatlichen Fördermöglichkeiten berücksichtigt werden.

Schritt 4: Umsetzung und Erfolgskontrolle

Bei der Umsetzung der Effizienzmaßnahmen sollte darauf geachtet werden, dass gleichzeitig geeignete Messeinrichtungen zur Effizienzkontrolle vorgesehen werden. Für einen langfristig effizienten Betrieb ist sicherzustellen, dass die Daten regelmäßig ausgewertet werden und entsprechende Systemanpassungen erfolgen.