So behalten Sie im Sommer einen kühlen Kopf – auch ohne Klimaanlage

  • Richtiges und gezieltes Lüften, wenn Überhitzung droht:
    Maximale Fensterlüftung, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Raumtemperatur (optimal ist es früh am Morgen vor 9:00 Uhr). Dagegen minimales/kein Lüften, wenn die Außentemperatur höher als die Raumtemperatur ist (kritisch ist hier im Hochsommer der Zeitraum zwischen 14:00 und 20:00 Uhr)
  • Wirksamer Sonnenschutz an den Fenstern:
    Schattenspender auch auf der Ost- und Westseite anbringen. Außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen sind in aller Regel um ein Vielfaches wirksamer als innenliegende.
  • Dämmung der Dachräume:
    Insbesondere für Dachräume ist eine gute Dämmung eine notwendige Grundvoraussetzung, um zu verhindern, dass die Sommerhitze nach innen dringt.
  • Wärmequellen innerhalb des Gebäudes minimieren und Verdunstungskälte nutzen:
    Zum Beispiel auf den Gebrauch von Wäschetrocknern verzichten, lange Koch- und Backzeiten vermeiden, unnötige Energiefresser wie z. B. die Warmhaltefunktion bei Kaffeemaschinen abschalten. Duschtemperatur reduzieren und ggf. heiße feuchte Luft umgehend durch gezieltes Lüften reduzieren. Auch Zimmerpflanzen tragen zur Verbesserung des Raumklimas bei.
  • Schlafräume nach Möglichkeit nicht gen Westen ausrichten:
    Ebenso falls möglich die Schlafräume nicht unterm Dach einrichten, insbesondere, wenn diese Räume schlecht gedämmt sind und/oder einen unvermeidbar unzureichenden Sonnenschutz aufweisen.
  • aktive Luftbewegung (Ventilatoren)
    Durch den Einsatz von Ventilatoren kann die empfundene Temperatur um bis zu 3°C herabgesenkt werden, eine verglichen mit den Investitions- und Betriebskosten einer Klimaanlage deutlich günstigere und effizientere Alternative.
  • Im Sommer nur dünne Bettdecken oder nur Bettbezüge verwenden

Auf was können Sie beim Neubau achten – bessere Energieeffizienz und gutes Raumklima

Bei Neubauten ist das Einhalten der Mindestanforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz relevant für die Baugenehmigung. Somit sollten gravierende Planungsfehler wie unzureichende Sonnenschutzvorrichtungen, die eine Überhitzung von Räumen zur Folge haben können, ausgeschlossen sein.

Für ein optimales Raumklima im Sommer können Sie bei der Planung Ihres Neubaus folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Intelligente Verschattung: Durch ausreichende bauliche Überhänge (z. B. Balkone oder Dachüberstände) können beispielsweise Südfenster im Sommer vollständig mit Schatten geschützt werden, ohne Einbußen der Sonneneinwirkung im Winter. Ein ähnlicher Effekt kann durch die Pflanzung von Laubbäumen vor großflächigen Verglasungen erreicht werden. Auch außen liegende Rollos können einen wichtigen Beitrag leisten.
  • Massive Decken (z. B. Beton), Wände (z. B. Ziegel, Kalksandstein oder Betonstein) und Böden (z. B. Fliesen): Ergänzt durch eine gute, außenliegende Wärmedämmung, können so im Sommer Temperaturspitzen vermieden werden.
  • Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung:
    Diese können bei entsprechender Auslegung die Kälte des Erdreichs zum direkten Kühlen nutzen. Dadurch wird gleichzeitig das Erdreich regeneriert, was sich positiv auf die Auslegung der Erdsonden (reduzierte Investitionskosten) und die Effizienz der Wärmepumpe im Winter auswirkt.
  • Kühlen mit Sonne:
    Eine aktive Kühlung z. B. mittels einer umschaltbaren Luftwärmepumpe sollte wenn möglich nur in Kombination mit einer PV-Anlage und einem an den Solarstromertrag angepassten Betrieb erfolgen
  • Schlafräume nicht in west-orientierten- oder in Dachräumen planen.

Und wenn es trotzdem zu heiß wird?

  • Energieberatung nutzen:
    Bevor Sie die Anschaffung einer Kühlungsanlage erwägen, sollten Sie sich von einem Fachmann beraten lassen. Dies kann im Rahmen einer staatlich geförderten allgemeinen Energieberatung erfolgen, bei der für Ihr Gebäude ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt wird. Das BAFA Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude“ (ehemals „Vor-Ort-Beratung“) bietet für diese Beratung einen Zuschuss von bis zu 60 %; bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind das bis zu 800 €. Einen diesbezüglich qualifizierten Berater finden Sie auf www.energie-effizienz-experten.de/sie-sindbauherr/expertensuche/.
  • Klimaanlage nur vom Fachmann installieren lassen:
    Vom Kauf von mobilen Kompakt- oder Monoblockgeräten wird abgeraten, da diese systembedingt nicht energieeffizient sind. Die Installation einer effizienten Anlage (EU-Energielabel Klasse A++) sollte unbedingt durch einen Fachmann erfolgen.Beim Betrieb der Anlage sollte darauf geachtet werden, dass

    1. die eingestellte Ziel-Temperatur nicht zu niedrig ist. (Empfohlene Raumtemperatur 26°C-27°C).
    2. die Klimaanalage bei Nichtbenutzung vollständig ausgeschaltet und am besten vom Netz getrennt wird.