kleine Familie in der Ernst-May-Siedlung

Der Stadtgeschichte auf der Spur in der Frankfurter Ernst-May-Siedlung

Erschwingliche Eigenheime, die der akuten Wohnungsnot etwas entgegensetzen: Mit dieser Vision entwarf Ernst May in den 1920er Jahren mehrere Siedlungen in Frankfurt am Main. In einem der geschichtsträchtigen Reihenhäuser leben Cornelius und Yvonne Boy mit ihren beiden Söhnen. „Als wir hörten, dass eines der Häuser zum Verkauf steht, haben wir nicht lange gezögert.“ Das Innere des 116-Quadratmeter-Gebäudes konnte das Ehepaar – er Architekt, sie Kulturmanagerin – auf den ersten Blick jedoch nicht überzeugen: „Man merkte, dass seit 20 oder 30 Jahren nichts mehr gemacht worden war“, erinnert sich Cornelius Boy. „Vom eigentlichen May-Charme war wenig zu sehen.“

Liebe zum Detail

Bei der Sanierung des dreigeschossigen Hauses machte der 37-Jährige manch erfreuliche Entdeckung: „Hinter den Tapeten kamen Einbauschränke zum Vorschein, unter dem Teppichboden gut erhaltene Fliesen und intakter Holzboden: Das war wie Forscherarbeit.“

Die historischen Elemente ließen die Bauherren detailverliebt aufarbeiten, dazu kamen neue Fenster, ein neues Bad, eine neue Heizung; für warmes Wasser sorgt nun eine Solarthermieanlage auf dem Dach.
Für die Boys beweist das Häuschen, dass ein fast 100 Jahre alter Grundriss noch heute hervorragend funktioniert: „Es gibt keine unnützen Räume, alles ist kompakt und dadurch auch energetisch hervorragend.“

Wohlfühlen garantiert

„Wichtig waren uns aber vor allem eine effiziente Heizanlage und eine kompetente Sanitärfirma, die uns den Umgang mit der Technik erklärt“, betont Cornelius Boy. „Schließlich nützt die beste Dämmung nichts, wenn die Anlagentechnik und der Umgang damit nicht stimmen.“
Heute liegt der Energieverbrauch der Boys unter den ursprünglichen Berechnungen – und das Entscheidende: „Wir fühlen uns rundum wohl hier.“

„Die KfW-Förderung ist ein toller Anreiz, noch mal genau hinzuschauen: Was ist möglich, was wird empfohlen – und welche Maßnahmen passen zu meinen Plänen?“ — Cornelius Boy

Fakten zum Projekt