Ein energieeffizientes Haus verbraucht wenig Energie für Heizung und Warmwasser. Und es erzeugt die noch benötigte Wärme möglichst nachhaltig, d. h. mit erneuerbaren Energien statt mit Öl und Gas. Wenn Sie Ihr Haus energetisch auf Vordermann bringen wollen, sollten Sie also am besten in zweierlei Hinsicht aktiv werden:

Erstens: Stoppen Sie Energieverluste! Modernisieren Sie alle Bauteile, die Ihr Haus
nach außen hin abschließen – also zum Beispiel Dach, Außenwände oder Fenster und Türen. So bleibt die Wärme dort, wo sie hingehört. Im Winter drinnen, im Sommer draußen.

Zweitens: Heizen Sie effizient – und nachhaltig. Eine moderne Heizungsanlage spart Energie und Geld. Am besten ist es, beim Heizen die Energie aus Sonne, Biomasse oder Luft und Erde zu nutzen.

Mindestens fünf gute Gründe sprechen dafür, Ihre persönliche Energiewende zu starten:

  • Heizkosten senken: Sie reduzieren Ihren Verbrauch von Gas oder Öl. Und machen sich dadurch unabhängiger von ungewissen Energiepreisen.
  • Wohnkomfort erhöhen: Im Winter bleiben die Räume schön warm. Im Sommer heizen sie sich nicht so schnell auf.
  • Immobilienwert steigern: Unsanierte Häuser oder Wohnungen lassen sich immer schwieriger vermieten oder verkaufen – die Betriebskosten sind einfach zu hoch. Eine energetische Sanierung steigert den Wert Ihres Gebäudes.
  • Altersvorsorge sichern: Ein eigenes Haus ist ein wichtiger Schritt, um für den Ruhestand vorzusorgen. Bei einem energieeffizienten Gebäude sind die Betriebskosten auch in Zukunft gering – und Ihnen bleibt mehr von der Rente.

  • Klima schützen: Sie senken Ihren CO2-Ausstoß – und schonen so Umwelt und Klima.

Das „KfW-Effizienzhaus“ ist ein Maßstab für die Energieeffizienz eines Hauses. Es wird anhand des so genannten „Referenzgebäudes“ bestimmt, das in der Energieeinsparverordnung (EnEV) definiert ist und alle gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Ein Haus, dessen Energiebedarf genauso hoch ist wie der des Referenzgebäudes – also 100 Prozent –, ist ein KfW-Effizienzhaus 100. Ein KfW-Effizienzhaus 85 benötigt dagegen nur 85 Prozent der Energie, die das Referenzgebäude braucht – ist also noch sparsamer. Dementsprechend benötigen die KfW-Effizienzhäuser 70 und 55 nur 70 bzw. 55 Prozent der Energie des Referenzgebäudes – ganze 30 bzw. sogar 45 Prozent weniger! Also: Je niedriger die Zahl, desto höher die Effizienz – und die Förderung!

Ihre persönliche Energiewende müssen Sie nicht allein stemmen. Denn der Staat unterstützt Sie mit Beratungsangeboten und Förderprogrammen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Einfach einsteigen – die Energie-Checks der Verbraucherzentralen: Die Verbraucherzentralen geben eine erste Einschätzung und Tipps für mehr Energieeffizienz – dank BMWi-Förderung kostengünstig. Für einkommensschwache Haushalte sind die Angebote sogar kostenlos. Mehr
  • Sanieren nach Plan mit der BMWi-geförderten „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“: Ein unabhängiger Energieberater analysiert Ihre Immobilie und erstellt anschließend ein maßgeschneidertes energetisches Sanierungskonzept. Das BMWi übernimmt bis zu 60 Prozent der Beratungskosten – für Ein- und Zweifamilienhäuser höchstens 800 Euro, für Gebäude ab drei Wohneinheiten maximal 1.100 Euro. Mehr
  • Kredit oder Zuschuss – das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“: Im Rahmen des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren“ können Sie zwischen zwei Fördervarianten wählen. Entweder Sie nutzen einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 100.000 Euro in Kombination mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 27,5 Prozent. Oder Sie profitieren von einem Zuschuss von bis zu 30 Prozent Ihrer Investitionskosten. Mehr
  • Heizen mit erneuerbaren Energien: Wenn Sie Ihre Heizung auf erneuerbare Energien umstellen, können Sie hierfür einen Zuschuss aus dem MAP beim BAFA beantragen
  • Fachplanung und Baubegleitung: Auch die Begleitung durch einen Sachverständigen wird unterstützt. Wenn Sie einen Energieefffizienz-Experten mit der Fachplanung und Baubegleitung Ihres Sanierungs- oder Neubauvorhabens beauftragen, können Sie hierfür einen Zuschuss von 50 Prozent des Beraterhonorars (maximal 4.000 Euro) aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Baubegleitung“ erhalten. Mehr

Sie wollen sichergehen, dass alle Effizienzmaßnahmen ordnungsgemäß durchgeführt werden, Sie letztlich die gewünschte Einsparung erzielen und somit lange Freude an Ihrem sanierten Zuhause haben? Dann sollten Sie von Anfang an auf die Unterstützung eines Energieeffizienz-Experten setzen. Qualifizierte Energieberater finden Sie schnell und einfach hier.

Alles aus einer Hand – das leisten Energieeffizienz-Experten:

  • Analyse der energetischen Schwachstellen und Erstellen eines maßgeschneiderten Sanierungskonzepts
  • Planung der Sanierungsmaßnahmen
  • Beratung zur Förderfähigkeit der geplanten Sanierungsmaßnahmen
  • Begleitung der Baumaßnahmen
  • Erstellen der nötigen Unterlagen für das Beantragen von KfW-Fördermitteln

Und das Beste: Ab dem 1. Dezember 2017 ist es unerheblich, aus welcher Branche Ihr Fachmann kommt – solange er die hohen Anforderungen an qualifizierte Energieberater erfüllt. Konkret heißt das: Sie können Ihren qualifizierten Energieberater aus einem deutlich größeren Angebot wählen und gegebenenfalls auf Ihre bestehenden Kontakte (z. B. zum Handwerker) zurückgreifen.

Wer heute ein Wohnhaus mietet oder kauft, bekommt energietechnisch nicht mehr die Katze im Sack: Ein Energieausweis informiert wie ein Steckbrief über die energetische Qualität eines Objekts. Zwar erlaubt der Energiepass keine Rückschlüsse auf den genauen Energieverbrauch, doch die Skala des Bandtachos zeigt eindeutig, ob sich ein Haus im roten, gelben oder grünen Bereich befindet. Ausstellungsberechtigt sind unter anderem Architekten, Bauingenieure und Energieberater, ebenso wie Handwerksmeister, etwa Heizungsbauer oder Schornsteinfeger.

Die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden ist ein wichtiger Baustein, um unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen und im Zuge der Energiewende eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten. Immerhin entfallen rund 35 Prozent des Energieverbrauchs auf den Gebäudebereich – für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Kühlung und Beleuchtung. Wer sein Haus energetisch saniert, spart Heizkosten und trägt dazu bei, insgesamt den Energieverbrauch zu reduzieren. Denn die umweltfreundlichste Kilowattstunde ist schließlich diejenige, die gar nicht erst produziert werden muss.